Werbezeiten unter der Hand verkauft
Untreue-Vorwürfe gegen Manager von Werbefirma Aegis

Die britische Werbefirma Aegis hat den für Deutschland zuständigen Regionalchef suspendiert. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der Untreue.

HB FRANKFURT. Bei den Ermittlungen in Hessen geht es um kostenlose Werbezeiten, wie sie Fernsehsender guten Kunden zur Verfügung stellen. Gratis-Werbeminuten deutscher Sender seien teilweise nicht an die Kunden weitergegeben, sondern unter der Hand verkauft worden, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Montag. Dabei sollen zum einen Aegis-Töchter profitiert, zum anderen Mitarbeiter Kasse gemacht haben.

Formal richten sich die Ermittlungen gegen den suspendierten Aegis-Manager, der für die Geschäftsregionen Zentral- und Osteuropa sowie Südafrika verantwortlich ist, sowie gegen sechs weitere Personen. Aegis betonte, gegen das Unternehmen selbst werde nicht ermittelt.

Die Vorgänge sollen sich in den vergangenen drei bis fünf Jahren abgespielt haben. Die Staatsanwaltschaft erhielt Ende 2005 erste Hinweise und ließ nach eigenen Angaben mittlerweile zahlreiche Büros und Wohnungen durchsuchen. Zu den betroffenen Unternehmen und der Höhe des Schadens machten die Ermittler keine Angaben. Mit einem Abschluss der Untersuchungen sei nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen, sagte der Sprecher.

Aegis kündigte an, den Vorwürfen selbst nachzugehen und mit der Staatsanwaltschaft zu kooperieren. Die Aufgaben des Deutschland-Managers übernimmt zwischenzeitlich der regionale Finanzchef.

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