Werbung in Computerspielen
Jagd auf junge Kunden

Mit Werbung in Computerspielen wollen Markenartikler ihre Zielgruppe besser erreichen. „In-Game-Advertising“ nennt sich diese noch junge Marketing-Idee, für die sich mittlerweile Unternehmen wie Daimler-Chrysler, Coca Cola oder Nike interessieren.

NEW YORK. Die Lage ist angespannt. Heckenschützen haben sich in den Ruinen des zerbombten Straßenzugs eingegraben. Der kleine Trupp Söldner kauert hinter einem Mauervorsprung. „Wir treffen uns am Ende der Straße an der Werbetafel“, befiehlt der Zugführer. Unter Kugelhagel arbeitet sich die Gruppe zu dem riesigen, erleuchteten Plakat des neuen Dodge Caliber vor, das wie ein Monument in der Ferne auftaucht. Willkommen im Online-Videospiel „Tom Clancy – Ghost Recon“.

So könnte es aussehen, wenn sich Online-Spieler durch die apokalyptische Szenerie dieses neuen Actionspiels kämpfen. Und der Caliber ist mit dabei. Das Auto ist auf junge Kunden zugeschnitten, und die will Dodge mit neuen Marketingformen erreichen. Bis zu 20 Prozent des Etats für den Caliber vergibt die Marke der Daimler-Chrysler AG für „nicht traditionelle Werbung“, wie es ein Dodge-Sprecher ausdrückt. Dazu gehört Marketing auf Webseiten – aber auch das so genannte In-Game-Advertising.

Für Computerspiele als Werbeträger interessieren sich mittlerweile große Markenhersteller wie Daimler-Chrysler, Coca Cola oder Nike. Was mit einfachen Werbespielen wie dem „Moorhuhn“– ursprünglich erstellt für einen Whiskyproduzenten – begann, wird jetzt zum Geschäft.

Der Markt steckt zwar noch in den Kinderschuhen. Denn um die jungen, spielenden Kunden zu erreichen, setzen viele Firmen hauptsächlich noch auf die Berieselung durch TV-Werbung, ergab eine Studie der Marktforscher von Parks Associates. Das soll sich aber bald ändern. Die Yankee-Group erwartet, dass die Ausgaben für Werbung in Computerspielen von deutlich unter 200 Mill. Dollar weltweit bis 2009 auf knapp 800 Mill. Dollar wachsen werden.

Getrieben wird dies auch von den technischen Möglichkeiten: In den Spielen werden Botschaften auf Werbetafeln programmiert oder Produkte platziert. In Rennspielen etwa werden Autos bestimmter Marken in Szene gesetzt. In Sportspielen gehört Bandenwerbung längst zum täuschend echten Ambiente.

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