„Werden in allen Bereichen sparen“
Telekom droht weiterer Stellenabbau

Bei der Deutschen Telekom sind offenbar weitere Arbeitsplätze in Gefahr. Vorstandschef Kai-Uwe Ricke hat im Zuge der geplanten Kostensenkungen und technischen Umstellungen einen weiteren Stellenabbau angedeutet. Zudem wurde mit dem Stopp des VDSL-Ausbaus gedroht. Eine Verschmelzung der Festnetz- und Mobilfunk-Sparten soll hingegen nicht geplant sein.

HB HAMBURG. „Wir werden in allen Bereichen sparen“, sagte Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Konkrete Zahlen würden im Dezember mit dem Aufsichtsrat diskutiert werden. Zugleich deutete Ricke an, dass es im Zuge der Umstellung auf den breitbandigen Internet-Anschluss bis zum Jahr 2012 zu einem Abbau von Arbeitsplätzen bei der Telekom kommen könnte.

Es sei richtig, dass die so genannte IP-Technologie mit deutlich weniger Arbeitskräften auskomme als die bisherigen Netze: „Solchen betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten werden wir uns angesichts des verschärften Wettbewerbs nicht verschließen können“, sagte der Manager. Vieles werde jedoch auch davon abhängen wie die politische Regulierung weiter gehe. Möglich wird dem Bericht zufolge die flächendeckende Bereitstellung durch die Umstellung des alten Telefonnetzes der T-Com auf ein Internet-basiertes Netz.

Ricke drohte erneut damit, den geplanten Ausbau seines milliardenschweren Hochgeschwindigkeitsnetzes (VDSL) endgültig zu stoppen und die Investitionen stattdessen ins Ausland zu verlagern. Hintergrund ist der seit Monaten schwelende Streit zwischen Telekom und der EU-Kommission über die Frage, ob dieses neue Netz aus der Regulierung ausgeklammert oder aber unter Aufsicht der Regulierungsbehörden gestellt wird. Für diesen Fall könne es nur eine Konsequenz geben, sagte Ricke: „Wir stoppen die Investitionen und bauen die dort aus, wo Spitzentechnologie willkommen ist.

Das von der Gewerkschaft Verdi entsandte Aufsichtsratsmitglied des Konzerns Lothar Schröder sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge, dass in der Geschäftskundensparte T-Systems bereits betriebsbedingte Kündigungen vorbereitet würden. Das Management von T-Systems "verschärft den Kurs gegenüber der Belegschaft", so Schröder. Es würden "erkennbar betriebsbedingte Kündigungen vorbereitet".

Bisher setzt die Telekom auf einen "sozialverträglichen Abbau" von Arbeitsplätzen. Vorruhestandsprogramme und andere Angebote sollen bis 2008 rund 32 000 Mitarbeiter zum freiwilligen Ausscheiden bewegen. Im Gegensatz zur ebenfalls stark unter Druck stehenden Festnetzsparte T-Com genießen die meisten der rund 54 000 Mitarbeiter von T-Systems keinen Kündigungsschutz.

Ein Sprecher von T-Systems habe Schröders Äußerungen zurückgewiesen, berichtet die "FAZ". Die Frage betriebsbedingter Kündigungen stelle sich erst dann, wenn alle anderen Mittel einschließlich einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit ausgeschöpft seien. Darüber werde allerdings in den laufenden Tarifverhandlungen "nachgedacht", sagte der Sprecher.

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