Westdeutscher Rundfunk WDR baut 500 Stellen ab

Der Westdeutsche Rundfunk baut bis zum Jahr 2020 mehr als zehn Prozent der Arbeitsplätze ab. Damit will Intendant Tom Buhrow die drohende Ausgabenlücke von über 100 Millionen Euro im Jahr teilweise schließen.
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WDR-Intendant Tom Buhrow moderierte früher die ARD-„Tagesthemen“. Quelle: dpa

WDR-Intendant Tom Buhrow moderierte früher die ARD-„Tagesthemen“.

(Foto: dpa)

KölnIn den vergangenen Monaten tobte eine Diskussion über die Haushaltsgebühr für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sollte sie nach unerwarteten Mehreinnahmen gesenkt werden oder nicht? Ab 2015 wird der Beitrag 17,50 Euro statt 17,98 Euro betragen – ein Grund, weshalb der Westdeutsche Rundfunk jetzt auf die Bremse tritt.

Bis zum Jahr 2020 will Intendant Tom Buhrow 500 Stellen bei der größten Rundfunkanstalt des Landes abbauen. „Der Stellenabbau ist eine schmerzhafte, aber zwingende Entscheidung. Nur so bleiben wir aus eigener Kraft handlungsfähig und können den WDR steuern“, so der Sender-Chef. Es würden also mehr als zehn Prozent der im Jahr 2012 noch durchschnittlich besetzten 4200 Planstellen wegfallen.

Das sind die Giganten der Medienwelt
huGO-BildID: 36639478 This image released by Sony Pictures shows Jamie Foxx, left, and Andrew Garfield as Spider-Man in "The Amazing Spider-Man
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Bild eine Szene aus dem aktuellen Film „Spider-Man“. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2013 hat Lutz Hachmeister, Direktor des Berliner Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik, ein Ranking der 50 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

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Platz 10: Cox Enterprises

Mit fast 12 Milliarden Euro Umsatz zählt Cox Enterprises zu den zehn größten Unternehmen der Branche. Das Hauptquartier liegt in Atlanta (Georgia). Der Konzern gehört fast vollständig der Familie Cox beziehungsweise Kennedy und beherbergt unter anderem 17 Tages- und 25 Wochenzeitungen sowie 15 regionale Fernsehsender.

Fernsehsender RTL
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Platz 9: Bertelsmann

Bertelsmann ist der größte deutsche Medienkonzern, auch dank der RTL-Gruppe mit ihren Fernsehsendern. Weltweit rangiert der Konzern auf Rang 9, mit einem Umsatz von 16,4 Milliarden Euro. Vorstandschef Thomas Rabe will die Erlöse bis 2016, spätestens aber bis 2017 auf 20 Milliarden Euro steigern.

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Platz 8: Sony Entertainment

Der japanische Elektronikkonzern befindet sich weiterhin in der Krise. Der Umsatz stieg zwar zuletzt um 14,3 Prozent auf 7,77 Billionen Yen (54,8 Mrd. Euro am Stichtag 31. März), das Plus resultierte aber größtenteils aus Währungseffekten: Bei konstanten Kursen wäre der Erlös um zwei Prozent gesunken. Der operative Gewinn sank um fast 90 Prozent auf 26,5 Milliarden Yen (187 Millionen Euro), unterm Strich steht ein Verlust von 128,4 Milliarden Yen (903 Millionen Euro) – der sechste in sieben Jahren.

huGO-BildID: 36005139 Marcus Ingvarsson, right, tests out the PlayStation 4 virtual reality headset Project Morpheus in a demo area at the Game Devel
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Platz 8: Sony Entertainment

Der japanische Elektronikkonzern Sony ist in vielen Sparten aktiv: Er hat ein Filmstudio, baut Fernseher und Audiogeräte, hat aber auch die Spielkonsole Playstation im Angebot – im Bild eine Brille, die Spiele in einer virtuellen Realität ermöglicht. Allerdings tut sich das Traditionsunternehmen schwer. Der Umsatz stieg zwar zuletzt um 14,3 Prozent auf 7,77 Billionen Yen (54,8 Mrd. Euro am Stichtag 31. März), das Plus resultierte aber größtenteils aus Währungseffekten, bei konstanten Kursen wäre der Erlös um zwei Prozent gesunken. Der operative Gewinn sank um fast 90 Prozent auf 26,5 Milliarden Yen (187 Millionen Euro), unterm Strich steht ein Verlust von 128,4 Milliarden Yen (903 Millionen Euro) – der sechste in sieben Jahren.

huGO-BildID: 5456800 Times Square is reflected in the Viacom logo on it's headquarters in New York, Friday, Sept. 2, 2005. Shareholders of Viacom I
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Platz 7: Viacom CBS

Der US-Medienkonzern Viacom CBS, Mutter der Fernsehsender MTV, Nickelodeon und des Hollywood-Filmstudios Paramount, verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatz 21,894 Milliarden Euro – Rang sieben. Der Hauptsitz ist der Broadway in New York City.

huGO-BildID: 36216127 This image released by HBO shows Charles Dance in a scene from "Game of Thrones." The fourth season premieres Sunday
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Platz 6: Time Warner

Unter dem Dach von Time Warner sind diverse Medienunternehmen versammelt – etwa der Bezahlsender HBO, der derzeit mit der Serie „Game of Thrones“ für Furore sorgt. Auch das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktionen New Line Cinema und Warner Bros. Entertainment sowie die TV-Kette Turner zählen zum früheren Branchenprimus. 2009 gliederte das Unternehmen den Kabelnetzbetreiber Time Warner Cable Inc. aus und zog zudem einen Schlussstrich unter die erfolglose Fusion mit AOL. Der Umsatz betrug im vergangenen Jahr umgerechnet 22,4 Milliarden Euro.

Denn ab 2016 fehlten dem WDR durchschnittlich 100 Millionen Euro im Jahr, der Rundfunkbeitrag sinke und Tariferhöhungen brächten steigende Ausgaben mit sich. Ohne Personalabbau seien die Sparziele nicht zu erreichen. Hauptsächlich will der Sender frei werdende Stellen nicht neu besetzen, etwa wenn Mitarbeiter in Rente gehen. Ein Modell für Altersteilzeit und Vorruhestand sei mit den Gewerkschaften vereinbart worden.

Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des WDR Rundfunkrats, sagte: „Ich unterstütze Tom Buhrow und die gesamte Geschäftsleitung in dieser Sache ausdrücklich.“

  • mdo
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3 Kommentare zu "Westdeutscher Rundfunk: WDR baut 500 Stellen ab"

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  • Ich meine auch, weg mit dem Laden und die Vorteile der Agenda 2010 in der Praxis kennenlernen

  • Heisst also im Umkehrschluss, bislang sind 500 Figuren absolut überflüssig. D.h. die sassen gem. griechischen Verhältnissen nur mit Kaffeetassen rum und spielten Mensch ärgere Dich nicht.Will mir irgendwie nicht einleuchten.
    Tja, 48 cent entscheiden jetzt über Arbeitsplätze.
    Wenn das so ist, zahle ich gerne weiter die 17,98; ich wusste ohnehin nicht wo ich diese hohe Differenzvergütung zinsbringend anlegen sollte.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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