Western Digital, Sandisk, LAM, KLA-Tencor
Gleich zwei Milliardendeals in der Chipbranche

Sandisk gilt schon seit einiger Zeit als Übernahmekandidat. Nun will Western Digital offenbar beim Konkurrenten zuschlagen. Auf dem Chipausrüster-Markt könnte es zu einem weiteren Milliardendeal kommen.

Irvine/Milpitas/FremontDie Chipbranche wird von weiteren Milliardenübernahmen durchgeschüttelt. In den USA wurden allein am Mittwoch zwei große Deals bekanntgegeben. Rund 19 Milliarden Dollar will der Festplatten-Hersteller Western Digital für den Speicherchip-Produzenten SanDisk zahlen. Außerdem kauft der Halbleiter-Zulieferer LAM für etwa 10,6 Milliarden Dollar den Rivalen KLA-Tencor.

Der Industriezweig wird in diesem Jahr von einer beispiellosen Übernahmewelle erfasst, weil die Unternehmen nach Einsparmöglichkeiten suchen. Treibende Kraft ist die Nachfrage nach günstigeren Chips und neuen Produkten für Geräte mit mobilem Internetempfang. Zudem bemühen sich derzeit viele Technologiefirmen um Zusammenschlüsse mit Zulieferern, um ihre Marktposition zu verbessern.

Western Digital ist vor allem im Geschäft mit Festplatten aktiv – und ihnen macht Flash zunehmend Konkurrenz. SanDisk galt schon seit einiger Zeit als Übernahmekandidat. Die Firma konnte zwar auch vom Vormarsch der Smartphones und Tablets profitieren, der Wettbewerb in der Branche ist aber extrem scharf und Wettbewerber wie Samsung waren zuletzt stärker positioniert.

Lam will durch die Übernahme von KLA-Tencor Kosten in Höhe von jährlich 250 Millionen Dollar einsparen. Stimmen die Regulierer zu, soll der Deal Mitte 2016 abgeschlossen werden.

Damit würde ein Riese auf dem Markt für die Maschinen zur Herstellung sogenannter Wafer entstehen. Hier hätten die Unternehmen den Angaben zufolge zusammen einen Marktanteil von rund 42 Prozent. Wafer sind kreisrunde Schablonen meist aus Silizium, aus denen Computerchips und andere elektronische Bauteile hergestellt werden können. Zusammen machen die beiden US-Konzerne jährlich einen Umsatz von rund 8,7 Milliarden Dollar.

Im März setzte NXP Semiconductors das Fusionskarussell in Gang, als der Konzern den Konkurrenten Freescale für zwölf Milliarden Dollar übernahm. Später im Frühjahr folgten weitere Ankündigungen: Der Kauf von Broadcom durch Avago für 37 Milliarden Dollar war bislang die größte Transaktion in der Geschichte der zersplitterten Branche. Kurz darauf gab Weltmarktführer Intel seinen Plan zum Erwerb des Rivalen Altera für 16,7 Milliarden Dollar bekannt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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