Western Union stellt Telegramm-Dienst ein
Kommunikationsmittel mit Charme

Das Internet verbindet. Ob frohe Nachrichten oder schlechte Neuigkeiten – die Email dient häufig als schnelles Kommunikationsmittel. Eine charmante Möglichkeit zur Übermittlung von Botschaften bleibt dabei immer mehr auf der Strecke: Das Telegramm.

HB CHICAGO. Die einst führende Telegrafen-Firma Western Union hat nach mehr als 150 Jahren ihren Telegramm-Dienst eingestellt. Was früher der schnellste Weg zur Übermittlung einer frohen Botschaft oder auch eines Trauerfalls war, ist damit neuen Kommunikationswegen wie E-Mail, Instant Messaging oder Mobilfunk zum Opfer gefallen.

Der Stopp des Telegrammangebots sei Western Union schwer gefallen, weil der Dienst ein Teil des Firmenvermächtnisses sei, sagte ein Sprecher des 1851 gegründeten Unternehmens. „Das Internet hat dem Geschäft aber arg zugesetzt“, fügte er hinzu. Kunden müssten sich nun an die Konkurrenz wenden, wenn sie noch ein klassisches Telegramm verschicken wollten.

Western Union errichtete 1861 die erste transkontinentale Telegrafenverbindung in Nordamerika und führte fünf Jahre später den ersten Börsenticker ein. Die Hochphase seines Telegrammdienstes erlebte Western Union Ende der 1920er Jahre. Damals überbrachte das Unternehmen jeden Tag durchschnittlich 550 000 Telegramme weltweit. Im vergangenen Jahr setzten im Durchschnitt nur noch 55 Kunden täglich ein Telegramm auf. Welcher Kunde das letzte Telegramm versendet oder empfangen habe, sei der Firma nicht bekannt, fügte der Sprecher hinzu.

Seinen Hauptumsatz macht Western Union mittlerweile mit Geldtransfer-Dienstleistungen rund um den Globus. Dabei profitiert die Firma auch von den Geldüberweisungen tausender Gastarbeiter in den USA an deren Familien in ärmeren Ländern. Erst vergangene Woche hatte der US-Mutterkonzern First Data bekannt gegeben, er wolle Western Union als eigenständiges Unternehmen ausgliedern. Die Trennung vom Telegrammgeschäft sei vor diesem Hintergrund konsequent. „Der Schritt vollendet unsere Wandlung weg von einem Kommunikationsunternehmen hin zu einem Finanzdienstleiter“, sagte der Sprecher.

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