Wettbewerb mit Hewlett-Packard
EMC wächst mit den Datenbergen

Die weltweit stark zunehmenden Datenbestände haben dem Datenspeicherspezialisten EMC ein gutes Geschäftsjahr 2005 beschert. Mit einem satten Umsatzwachstum von 17 Prozent auf 9,66 Mrd. Dollar hat der US-Konzern sein Ziel erfüllt, doppelt so schnell zu wachsen wie der Markt für Datenspeicher.

FRANKFURT. Der Nettogewinn belief sich 2005 auf 1,1 Mrd. Dollar – ein Plus von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings brach der Gewinn im vierten Quartal um rund 50 Prozent ein, da rund 80 Mill. Dollar für die geplante Entlassung von 1000 Mitarbeitern sowie eine einmalige Steuerzahlung in Höhe von 180 Mill. Dollar für die Rückführung von drei Milliarden Dollar im Ausland geparkter Gewinne in die Zahlen eingingen.

EMC liefert Hard- und Software sowie IT-Services rund um Speichersysteme in Computernetzwerken. Die immer längere Speicherung von Daten und Dokumenten aufgrund der strengeren gesetzlichen Bestimmungen sorgen zusätzlich zu den ohnehin steigenden Datenmengen für ein Wachstum im Speichermarkt. So kommen in großen Banken Speichernetzwerke zum Einsatz, die mehrere Milliarden Telefonanrufe sichern. EMC liefert auch Systeme für die Archivierung von Aktientransaktionen an Börsen und für Kreditkartengesellschaften.

Doch auch der Bedarf in kleineren Unternehmen nimmt rasant zu. Allein der Markt für die Archivierung von Emails wird in den kommenden Jahren um mehr als 30 Prozent jährlich wachsen, prognostiziert der Marktforscher IDC. Aber auch bei Behörden sowie im Gesundheitswesen steigt der Bedarf an Speicherplatz.

Vor allem die IT-Großkonzerne Hewlett-Packard (HP) und IBM machen Marktführer EMC derzeit zu schaffen. Nach Einschätzung von Steven Berg, Analyst bei Punk, Ziegel & Co, haben HP und IBM in der zweiten Jahreshälfte 2005 EMC Marktanteile abgenommen, aber der Analyst betonte, daraus sei noch kein Trend abzuleiten.

Vor allem mit Software versucht EMC, den Vorsprung im Markt zu sichern. Im vierten Quartal 2005 erreichte der Umsatz mit Programmen erstmals die Grenze von einer Mrd. Dollar. Denn neben der Hardware für die physikalische Aufbewahrung von Daten braucht man vor allem Software für die Verwaltung bis hin zur fristgerechten Vernichtung.

Und vor allem mit Übernahmen im Softwarebereich treibt EMC-Chef Joe Tucci den Umbau des ehemaligen Hardwareanbieters voran. 2003 hatte er das Softwarehaus Documentum für 1,7 Mrd. Dollar sowie Legato Systems und VMware gekauft. 2005 übernahm EMC den US-Softwarespezialisten Captiva Software für rund 275 Mio. Dollar.

Der Strukturwandel ist auch der Grund für den geplanten Austausch von Personal. Denn trotz geplanter Entlassungen soll die Belegschaft bis Ende 2006 auf mehr als 25 000 Mitarbeiter vergrößert werden. Der Umsatz soll auf 11,1 bis 11,3 Mrd. Euro klettern und der Gewinn je Aktie soll von 53 Cent auf 63 bis 66 Cent steigen.

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