Wettbewerb Skepsis gegenüber Mobilfunkfusion wächst

Die spektakuläre Übernahme von E-Plus durch den O2-Mutterkonzern Telefonica bleibt umstritten. Derweil äußert sich E-Plus-Chef Dirks zu den Preisen.
Update: 28.07.2013 - 15:49 Uhr 1 Kommentar
Wird E-Plus verkauft? Die Kritik an dem Deal mit dem O2-Mutterkonzern Telefonica nimmt zu. Quelle: Reuters

Wird E-Plus verkauft? Die Kritik an dem Deal mit dem O2-Mutterkonzern Telefonica nimmt zu.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDie Kritik an der geplanten Übernahme von E-Plus durch die deutsche Tochter des spanischen Telefonkonzerns Telefonica reißt nicht ab. „Ich sehe die Gefahr, dass der Mobilfunkmarkt erheblich an seiner bisherigen Wettbewerbsdynamik verliert, weil der fusionierte Anbieter ein viel geringeres Interesse an Wettbewerbsvorstößen hat als die beiden kleinen bisher“, sagte am Sonntag Justus Haucap, Mitglied der Monopolkommission, dem Handelsblatt.

Bisher sei der Markt durch sehr lebhaften Wettbewerb gekennzeichnet, der gerade von den beiden kleinen Anbietern befeuert wurde. E-Plus, Tochter des niederländischen Telekomkozerns KPN, und die Telefonica-Tochter O2 belegen nach Deutsche Telekom und Vodafone Platz drei und vier auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Nach einer Fusion wären sie an der Kundenzahl gemessen die neue Nummer eins.

Künftig könne leicht eine Situation kollektiver Marktbeherrschung entstehen, „in der es stillschweigend zu Nichtangriffspakten kommt, ohne dass gleich ein echtes Kartell entsteht“, warnte Haucap. Haucap ist nicht die einzige gewichtige Stimme, die den Verkauf skeptisch sieht.

Zuvor hatte bereits die Bundesregierung Bedingungen gestellt. „Der Preiswettbewerb muss bleiben, es darf keine Kostenspirale nach oben geben“, sagte Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) dem Handelsblatt. Kartellamtschef Andreas Mundt hatte erklärt, die Fusion sei „alles andere als ein Selbstläufer“.

Dirks: Keine Preiserhöhungen

Nach dem geplanten Zusammenschluss mit O2 erwartet E-Plus-Chef Thorsten Dirks keine Preiserhöhungen. „Für die Kunden wird die Fusion Vorteile haben. Und eine Erhöhung der Preise kann sich in dem harten Wettbewerbsumfeld niemand erlauben“, sagte Dirks, der auch im Vorstand der niederländischen E-Plus-Mutter KPN sitzt, dem „Spiegel“.

Auch nach dem Zusammenschluss sollen nach seinen Worten die zahlreichen E-Plus-Marken wie Base, Simyo oder blau.de erhalten bleiben. „An der Mehrmarkenstrategie wird sich nichts ändern. Das ist unser Erfolgsrezept.“

Zudem wolle die neue Gesellschaft auch weiterhin als „aggressiver Herausforderer“ auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt agieren und den Platzhirschen Vodafone und Deutsche Telekom nun auf Augenhöhe Konkurrenz machen.

Dirks geht davon aus, dass die Konsolidierungswelle auf dem europäischen Mobilfunkmarkt in den kommenden Wochen und Monaten weitergeht. „In Europa gibt es mehr als 50 Mobilfunkfirmen. In bevölkerungsreichen Ländern wie China, Indien oder den USA sind es eine Handvoll. Ich glaube, dass man einen funktionierenden Wettbewerb mit deutlich weniger Anbietern sicherstellen kann“, sagte er dem „Spiegel“ weiter.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

Mehr zu: Wettbewerb - Skepsis gegenüber Mobilfunkfusion wächst

1 Kommentar zu "Wettbewerb: Skepsis gegenüber Mobilfunkfusion wächst"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die hochverschuldete spanische Telefonica kauft eplus. Wie wird dies das wohl finanzieren? Sparmaßnahmen und Leute entlassen alleine wird da nicht genügen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%