Wettbewerbsbeschwerde eingereicht
AMD zieht Intel vor Gericht

Der US-Chip-Hersteller AMD hat Wettbewerbsbeschwerde gegen Intel eingereicht. AMD wirft dem Branchenführer und Hauptkonkurrenten unter anderem vor, Dell und Toshiba hohe Summen dafür gezahlt zu haben, dass sie keine AMD-Prozessoren verwenden. Ferner soll Intel an Sony "Millionen" für Exklusivität gezahlt und die Marketingkosten ihrer Kunden nezuschusst haben.

HB SUNNYVALE. Vor allem auf Firmenkunden hätte Intel weltweit Druck ausgeübt. Damit wollte der Softwareriese seine Monopolstellung für Mikroprozessoren der x86-Reihe auf dem Markt behaupten, teilte Advanced Micro Devices am Dienstag mit. In diesem Bereich hält Intel schon jetzt einen Weltmarktanteil von rund 80 Prozent. AMD dagegen hat nach eigenen Angaben deutlich Marktanteile an der x86-Reihe verloren: Von 20,8 Prozent Marktanteil im Jahr 2001 auf noch 15,8 Prozent im Jahr 2004.

In der 48 Seiten starken Klageschrift, die am Montag beim US-Bezirksgericht in Delaware eingereicht wurde, wird dem weltgrößten Chip-Hersteller konkret vorgeworfen, auf 38 Computerhersteller, kleine Systemhäuser, Groß- und Einzelhändler Druck ausgeübt zu haben. Wichtige Kunden wie Dell, Sony, Toshiba, Gateway und Hitachi sollen durch Barzahlungen, Sonderpreise oder Marktsubventionen zu exklusiven Vereinbarungen gedrängt worden sein. Diese seien vom AMD-Ausschluss abhängig gemacht worden.

AMD führte ferner Teilexklusivabkommen mit NEC, Acer und Fujitsu an. Sie seien durch Rabatte und Marktentwicklungs-Gelder erzwungen worden, die Käufe von AMD teilweise oder ganz verhinderten. Auch Hewlett- Packard und die frühere Compaq sowie der größte europäische Computer-Einzelhändler Media Markt wurden in der Klage genannt. Durch die rechtswidrigen Geschäftspraktiken seien die Computerpreise insgesamt in die Höhe getrieben und die Auswahl begrenzt worden.

Die betroffenen Unternehmen sollen laut AMD unter Strafandrohung vorgeladen werden und den privaten E-Mail-Verkehr offen legen, um die Vorwürfe zu bekräftigen. Doch gerade dadurch könnte die Klage für AMD auch nach hinten losgehen. Einem solchen Vorgehen werden die Kunden sicher nicht positiv gegenüberstehen, glaubt nämlich Eleanor Fox, Juristin an der New Yorker Universität. AMD-Chef Hector Ruiz versichert hingegen, viele der betroffenen Intel-Kunden seien froh, dass die Sache auf dem Tisch ist, auch wenn sie es nicht unbedingt so sagen würden.

Ein Anwalt von AMD sagte in einem Interview, das Unternehmen könne hunderte Millionen Dollar Schadensersatz fordern. Intel Sprecher Tom Beerman reagierte sofort. Er sagte, die Verkaufspraktiken des Unternehmens seien nicht nur fair, sondern auch im Einlang mit dem Kartellgesetz.

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