Wettbewerbsrecht
Wichtiger Sieg für AMD gegen Intel

Die südkoreanische Wettbewerbsbehörde hat Intel wegen unerlaubter Rabattpraxis zu 25 Millionen Dollar Strafe verurteilt. Das könnte erst der Anfang sein: Denn auch in der EU und in den USA laufen Ermittlungen gegen den Chiphersteller. Den schwer angeschlagenen Konkurrenten AMD wird's freuen.

MÜNCHEN. Der schwer angeschlagene Chiphersteller AMD ist auf seinem juristischen Feldzug gegen den Rivalen Intel einen Schritt weiter gekommen. Gestern teilte die Wettbewerbsbehörde in Südkorea mit, Intel sei zu einer Strafe von umgerechnet rund 25 Mill. Dollar verurteilt worden. Der Konzern habe den Wettbewerb durch seine Rabatte an Computerhersteller behindert. Kunden wie Samsung hätten Preisnachlässe dafür bekommen, dass sie keine Produkte des Konkurrenten einsetzen.

Die Strafe an sich ist für Intel vernachlässigbar bei einem Jahresgewinn von zuletzt fast sieben Mrd. Dollar. Viel größere Sorgen muss sich der Weltmarktführer um das Signal machen, das von der Entscheidung in Südkorea ausgeht. Denn derzeit ermittelt auch die EU-Kommission und untersucht die Vertriebspraktiken von Intel. Zudem läuft ein Verfahren in den USA.

Intel und AMD dominieren das Geschäft mit Prozessoren. Die elektronischen Bauteile sind das Gehirn eines jeden Computers. Allerdings sind die Gewichte sehr ungleich verteilt. Intel beherrscht nach Berechnungen der Analysten von i-Suppli rund 80 Prozent des Weltmarktes, AMD kommt auf rund 13 Prozent.

Nach Ansicht der Wettbewerbsbehörde in Korea hat Intel den PC-Herstellern Samsung und Trigem über zweieinhalb Jahre hinweg insgesamt 37 Mill. Dollar Rabatte eingeräumt. Dafür durften die Computerbauer keine Chips von AMD kaufen. Dadurch sei der Marktanteil von Intel in Korea auf mehr als 90 Prozent geklettert. Intel bestreitet die Vorwürfe.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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