Wettbewerbsverzerrung: IBM droht wohl neues EU-Kartellverfahren

Wettbewerbsverzerrung
IBM droht wohl neues EU-Kartellverfahren

Die EU wird für US-Großkonzerne immer mehr zur Bedrohung: Am Freitag wurde bekannt, dass der Software-Riese Microsoft eventuell erneut Milliardenstrafen zahlen muss. Nun könnte bald IBM im Visier der EU-Wettbewerbshüter stehen. Ein Konkurrent hat laut Zeitungsberichten auf Missstände aufmerksam gemacht.

HB LONDON/HAMBURG. Dem Computerkonzern IBM droht ein neues Kartellverfahren der Europäischen Kommission. Der Großrechner-Hersteller T3 Technologies werde heute Beschwerde gegen IBM einlegen, schreiben "Financial Times" und "Financial Times Deutschland" in ihren Montagausgaben.

Indem IBM den Verkauf seines Betriebssystems an den Erwerb der Großrechner koppele, habe der Konzern den Verkauf von Konkurrenzprodukten verhindert und seine Marktposition missbraucht, laute der Vorwurf. Weiter werde es in der Beschwerde heißen, dass IBM Patentlizenzen und anderes geistiges Eigentum zurückgehalten und damit den Käufern von Großrechnern in Europa Schaden zugefügt habe, schreiben die Zeitungen.

Bereits 2007 hatte die Wettbewerbsaufsicht das Großrechnergeschäft des US-Unternehmens unter die Lupe genommen, nachdem das Startup Platform Solutions eine ähnliche Beschwerde eingereicht hatte. Die Untersuchung endete allerdings ergebnislos. Im Juli 2008 übernahm IBM den Rivalen.

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