Wettbewerbsverzerrung
Qualcomm bekommt Stress in China

Qualcomm soll überhöhte Lizenzgebühren verlangt haben – so das chinesische Kartellamt. Experten vermuten, dass die Regierung günstigere und schnelle Infrastruktur erzwingen will. Die Strafen könnten Milliarden kosten.
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PekingNach der Pharmabranche nehmen die chinesischen Wettbewerbshüter auch das Geschäftsgebaren ausländischer Technologiekonzerne genauer unter die Lupe. Im diesem Zusammenhang droht dem US-Chipgiganten Qualcomm nun eine Strafe von mehr als einer Milliarde Dollar. Ihm werde Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung vorgeworfen, teilte die Behörde NDRC am Mittwoch mit. Das Unternehmen stehe unter dem Verdacht, für seine Mobilfunk- und Netzwerk-Technik in China höhere Lizenzgebühren als in anderen Ländern zu verlangen. Entsprechende Vorwürfe hatte der Verband der chinesischen Mobilfunkbranche erhoben. Das Kartellamt durchsuchte daraufhin im November Büros von Qualcomm in Peking und Shanghai.

Die Behörde kann in solchen Fällen eine Strafe von einem bis zehn Prozent des Jahresumsatzes verhängen. Ähnliche Ermittlungen laufen gegen die US-Technologiefirma Interdigital. Experten vermuten, dass auch der Aufbau des neuen Hochgeschwindigkeitsnetzes mit der sogenannten LTE-Technik in China dahinter stecken könnte. Denn China versucht, die Kosten dafür zu drücken.

Qualcomm erklärte, das Unternehmen arbeite mit den Behörden zur Klärung der Vorwürfe zusammen. Zuletzt hatten sich die chinesischen Wettbewerbshüter vor allem ausländische Pharma- und Medizintechnik-Konzerne vorgeknöpft. Dabei stand allerdings der Kampf gegen Korruption im Mittelpunkt. Insbesondere der britische Anbieter GlaxoSmithKline geriet ins Visier. Aber auch die US-Kaffeehaus-Kette Starbucks zog wegen des Vorwurfs überhöhter Preise im vergangenen Jahr Kritik auf sich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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