Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen
Konkurrenten kritisieren DSL-Pläne der Telekom

Die Pläne der Deutschen Telekom, die Gemeinden in strukturschwachen Gebieten finanziell am Ausbau des DSL-Netzes zu beteiligen, ist auf breite Ablehnung gestoßen.

HB FRANKFURT. Das Vorhaben der Telekom, Kommunen beim Ausbaus des Breitband-Internetzugangs in ländlichen Regionen am Investitionsrisiko zu beteiligen, kritisierte der Telekommunikationsanbieter COLT Telecom als massive Wettbewerbsverzerrung. Die Telekom nutze ihre Marktmacht schamlos aus, sagte Colt-Telecom-Geschäftsführer Wolfgang Essig am Donnerstag. Die Telekom könne ihr Geschäft mit Hilfe von Steuergeldern nur ausweiten, weil das ehemalige Staatsunternehmen die nötige politische Rückendeckung habe.

„Wir halten dieses Vorgehen - gelinde gesagt - für erpresserisch“, sagte der Präsident des Bundesverbandes der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (BREKO), Peer Knauer. „Moderne TK-Infrastruktur ist für die Standortentscheidung von Gewerbetreibenden und Unternehmen mindestens so wichtig wie die Verkehrsanbindung, daher nutzt die Telekom schamlos den Druck von Städten und Gemeinden in ländlichen Regionen aus.“ Der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten VATM kritisierte, dass das Vorhaben auf eine klare Subventionierung des Ex-Monopolisten hinauslaufe und Gewähr für Wettbewerbsverzerrung biete.

Ein Telekom-Sprecher hatte am Vortag gesagt, dass das Unternehmen derzeit mit Kommunen verhandele. Dabei gehe es um Gemeinden, in denen sich ein Netzausbau unter strengen wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die Telekom nicht lohnen würde. Es gebe viele denkbare Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Kabelkanäle könnten etwa gemeinsam genutzt werden. Aber auch eine finanzielle Beteiligung der Gemeinden an den Investitionskosten für den DSL-Ausbau sei eine Option.

Die Kommunen, die einen Bedarf für ein DSL-Netz sähen, sollten zu einem kleinen Teil an dem Investitionsrisiko beteiligt werden, hatte der Sprecher erläutert. Dabei beschränke sich die Beteiligung aber nur auf die Zusatzkosten für DSL und betreffe nicht die normale Bereitstellung der Kabel-Infrastruktur. Die mögliche finanzielle Beteiligung hänge davon ab, wie viele Kunden in der jeweiligen Region tatsächlich gewonnen würden. Die Kommunen sollten den Bedarf abfragen und die Namen der Interessierten dann an die Telekom weiterleiten. Sollte die Zahl der tatsächlich gewonnen Kunden dann niedriger sein als die der potenziellen DSL-Anschlüsse, zahle die Gemeinde einen Investitionskostenzuschuss pro nicht gewonnenem Kunden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%