Wettbieten um Soziale Netzwerke
Alarmstufe Rot für Facebook

Keine andere Internetgemeinde wächst so schnell wie Facebook. Noch schneller allerdings steigt die Vorstellung von Analysten und Investoren, was dieses und andere soziale Netzwerke wert sind. Inzwischen steht für Facebook die Zahl von zehn Milliarden Dollar im Raum. Schon warnen Experten vor einer erneuten Internet-Blase.

DÜSSELDORF. Die Internetbranche befindet sich nach Ansicht von Experten mitten in einer neuen Überhitzungsphase. Nur ein Jahr, nachdem Yahoo eine Mrd. Dollar für die Start-Up-Firma Facebook geboten hat, liegt der Wert von Facebook nun bei zehn, dreizehn, oder auch 15 Mrd. Dollar – je nachdem, welcher Insider gerade anonym zitiert wird. Nach US-Medienberichten jedenfalls ist Microsoft bereit, bis zu 500 Mill. Dollar für einen fünfprozentigen Anteil an Facebook auszugeben. Microsoft wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Der Vorstoß des Softwaregiganten wird von Beobachtern mit bissigen Kommentaren bedacht. „Alle in Deckung, das Ende ist nahe“, schreibt die Internet-Expertin Kara Swisher in ihrem Blog. „Die Wahnvorstellung im Silicon Valley haben Alarmstufe Rot erreicht – oder Grün, wenn man die Farbe des Geldes nimmt, mit dem man die Facebook-Gründer überschütten will.“

Swisher ist mit ihrer Skepsis gegenüber Facebook nicht allein. Die Internetfirma wurde 2004 gegründet und bietet Anwendern ein so genanntes soziales Netzwerk. Teilnehmer können Internetseiten zu sich selbst gestalten, mit Fotos, Musik und Videos versehen und mit den Seiten von Freunden verbinden. Facebook hat mehr als 35 Mill. aktive Nutzer.

„Das bedeutet aber keineswegs, dass man Facebook so vermarkten kann, wie sich viele Analysten das vorstellen“, sagt Professor Eric Clemons, Spezialist für die Internet-Ökonomie an der Wharton School of Business. Clemons sieht in der derzeitigen Entwicklung auf dem Online-Markt ein „blindes Hasten nach Anteilen, völlig unbeleckt von jeder wirtschaftlichen Vernunft“.

In der Tat sind Übernahmen wie in der Internetbranche in den vergangenen zwölf Monaten in kaum einer anderen Branche vorstellbar. Im Oktober 2006 erwarb Google die Videotauschbörse Youtube – eine Kleinstfirma mit marginalem Umsatz – für 1,8 Mrd. Dollar. Im April 2007 zahlte Yahoo für 80 Prozent an der Online-Werbefirma Right Media 680 Mill. Dollar – mehr als das 20-Fache des Umsatzes. Und im Juli zahlte Google 3,1 Mrd. Dollar für die notorisch defizitäre Werbefirma Doubleclick.

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