Whatsapp: Die Smartphone-App, die trotz allem jeder hat

Whatsapp
Die Smartphone-App, die trotz allem jeder hat

Die Gründer von Whatsapp sind pressescheu – dennoch kennt alle Welt ihr Produkt. An einem Tag gehen bis zu 18 Milliarden Kurznachrichten über den Handy-Dienst. Selbst Sicherheitslücken schaden dem Boom nicht.

New YorkEine 14-Jährige bekommt Panik, weil sie auf ihrem Smartphone den Kurznachrichten-Dienst Whatsapp nicht installiert bekommt. Ein 34-Jähriger nervt im Restaurant seinen Nachbarn, er möge ihm das soeben geschossene Gruppenbild „mal schnell rüberwhatsen“. Und sein Kumpel prüft gleich nach dem Aufwachen auf seinem Smartphone, ob die neue Bekanntschaft vom Vorabend schon online war.

Diese zufälligen Beobachtungen von Silverster 2012 werfen folgende Frage auf: Wie war eine gelungene Neujahrsnacht wohl jemals ohne Whatsapp möglich? 18 Milliarden Nachrichten seien am 31. Dezember weltweit verschickt worden, twitterte das Unternehmen aus dem Silicon Valley vor ein paar Tagen stolz. „Ein neuer Rekord-Tag – ein frohes 2013!“.

Der Erfolg des kleinen Programms, das inzwischen die halbe Welt als App auf ihr Mobiltelefon geladen zu haben scheint, ist ungebrochen. Im Jahr 2009 gestartet, zählt Whatsapp nach Analystenschätzungen bereits bis zu 300 Millionen Nutzer, Tendenz steigend. Im Oktober 2011 verschickten sie laut Unternehmensangaben noch eine Milliarde Nachrichten täglich, im August 2012 dann bereits zehn Milliarden.

In zahlreichen Ländern steht das Programm seit Monaten auf den Spitzenplätzen der Apple-Download-Charts für kostenpflichtige Apps, auch in Deutschland. Für Geräte mit dem Google-Betriebssystem Android ist die App im ersten Jahr der Nutzung kostenlos. Im vergangenen Jahr wurde es in Deutschland laut dem Infodienst xyo.net 22,9 Millionen mal heruntergeladen.

Die kleine Firma ist so erfolgreich, dass sich angeblich bereits große Internet-Konzerne für sie interessieren. Im Dezember hatte der US-Fachblog Techcrunch berichtet, Facebook wolle Whatsapp übernehmen – was das soziale Netzwerk allerdings dementierte. Gleichzeitig fürchten Telekommunikations-Riesen angesichts des Whatsapp-Erfolgs um ihre beste Einnahmquelle: die SMS. Um das Feld nicht den Kaliforniern und ähnlichen Diensten zu überlassen, arbeiten sie mit Hochdruck an eigenen Programmen.

Die Technik ist im Vergleich zur SMS ja auch so praktisch: Einmal für weniger als einen Euro aufs Smartphone heruntergeladen, lassen sich mit Whatsapp beliebig viele Textnachrichten, Fotos oder Videoaufnahmen an Freunde verschicken. Auch Gruppen-Chats sind möglich. Gebühren fallen nur für die Internetverbindung an, die der Nutzer ja ohnehin zahlt, und die verbrauchte Datenmenge. Zusätzlicher Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Apples iMessage: Whatsapp läuft auf fast allen Smartphones.

Da sehen viele offenbar gerne über die zahlreichen Nachteile des Dienstes hinweg. Da ist zum einen die Sicherheit: Erst Ende des Jahres berichtete der deutsche Fachdienst Heise – nicht zum ersten Mal – über schwerwiegende Lücken. Hackern war es mit relativ einfachen Methoden gelungen, den Account von Whatsapp-Nutzern zu kapern und in deren Namen Nachrichten zu verschicken. Darauf hingewiesen, habe das Unternehmen allerdings recht desinteressiert gewirkt. „Wenn man Revue passieren lässt, wie Whatsapp bislang mit dem Thema Sicherheit umgegangen ist, kann man eigentlich nur noch von der Nutzung des Dienstes abraten“, so das harte Urteil der Experten.

Seite 1:

Die Smartphone-App, die trotz allem jeder hat

Seite 2:

Die Gründer meiden die Presse

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%