Widerstand gegen Verkauf des Internet-Portals
Aktionäre machen Web.de das Leben schwer

Zwei Aktionäre haben gegen die Beschlüsse der Web.de-Hauptversammlung zur Übernahme des Portal-Bereichs durch United Internet sowie zur Entlastung des Vorstandes eine Anfechtungsklage eingereicht, teilte Web.de am Freitag mit.

HB KARLSRUHE. Die Hauptversammlung hatte Anfang Juli der Transaktion mit einer Mehrheit von 99,87 % zugestimmt. Die Verträge mit United Internet stehen noch unter Vorbehalt, dass der Zustimmungsbeschluss der Hauptversammlung zu den Veräußerungsverträgen unanfechtbar geworden ist. Für den Fall, dass eine Anfechtungsklage rechtshängig werde, sei in den Verträgen unter anderem vorgesehen, dass Web.de und United Internet über die Erfolgsaussichten und die Relevanz der Anfechtungsklagen beraten und darüber entscheiden würden, ob sie möglicherweise auf die Vertragsklausel der Unanfechtbarkeit des Zustimmungsbeschlusses der Hauptversammlung verzichteten. Ein solcher Verzicht sei jederzeit durch privatschriftliche Vereinbarung der Parteien möglich, hieß es.

Der Vorstand gehe jedoch unverändert davon aus, dass die Transaktion wie geplant umgesetzt wird. Das Bundeskartellamt hatte die Übernahme des Portal-Geschäfts von Web.de im Mai 2005 bereits gebilligt. Sie soll noch in diesem Jahr vollzogen werden. Web.de will sich nach der Abgabe des Kerngeschäftsbereichs auf die Entwicklung neuer Dienste konzentrieren.

Unterdessen beschert das brummende DSL-Geschäft dem Web-Dienstleister United Internet (1&1, GMX) ein rasantes Wachstum. Im zweiten Quartal gewann das Unternehmen erstmals mehr neue DSL-Kunden als Marktführer T-Online.

United Internet steigerte die Zahl der DSL-Kunden um 190 000 auf 1,34 Millionen. Die Telekom-Tochter T-Online hatte im selben Zeitraum ein Plus von 182 000 Neukunden verzeichnet, liegt aber bei der Gesamtzahl mit 4,2 Mill. DSL-Anschlüssen weiter deutlich vorn.

Der Umsatz von United Internet nahm im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 % auf 335,4 Mill. € zu. Der Gewinn stieg um ein Drittel auf 26,03 Mill. €. Konzernchef Ralph Dommermuth sagte, der Umsatz solle im Gesamtjahr um rund 45 % auf 740 Mill. € klettern.

Das im rheinland-pfälzischen Montabaur ansässige Unternehmen setzt weiterhin vor allem auf das Geschäft mit schnellen Internetzugängen. „Der DSL-Markt ist weiter unser wichtigstes Wachstumsfeld und hat höchste Priorität. Den deutschen DSL-Markt darf ich nicht aus der Hand geben“, sagte Dommermuth der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

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