Widerstand von unabhängigen Musikunternehmen
EU-Anhörung zur BMG-Sony-Fusion

Die EU-Kommission muss entscheiden, ob und wie sie einer Fusion zwischen den beiden großen Musik-Konzernen Bertelsmann Music Group (BMG) und Sony Music zustimmt.

HB BRÜSSEL. Hinter verschlossenen Türen hat am Montag eine zweitägige Anhörung der EU-Kommission zur geplanten Fusion der Musik-Konzerne BMG und Sony Music begonnen. Zu dem Treffen erschienen auch Vertreter kleinerer, unabhängiger Musik-Produktionen, die wie die EU-Wettbewerbshüter Bedenken gegen den Zusammenschluss hegen.

Die EU-Kommission prüft seit Februar den geplanten Zusammenschluss von Sony und BMG zum weltweit zweitgrößten Musikproduzenten. Sie hat bis zum 22. Juli Zeit für eine Entscheidung. Im Rahmen der Anhörung wird nun ein Bericht erstellt, der der EU-Kommission bei ihrer Entscheidungsfindung helfen soll.

Die Wettbewerbsbehörde hatte ihre detaillierte Prüfung des Falles damit begründet, dass die Töchter des deutschen Medienkonzerns Bertelsmann und des japanischen Elektronik-Konzerns Sony bei einer Fusion eine beherrschende Marktstellung erlangen könnten. Die EU kann der Fusion zustimmen oder sie untersagen, aber auch unter Auflagen genehmigen. Dann müssten die Fusionspartner bestimmte Geschäftsbereiche abstoßen, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen. Die Unternehmen können auch von sich aus Zugeständnisse anbieten.

In der von Umsatzrückgängen belasteten Branche waren in den vergangenen Jahren mehrfach Fusionsvorhaben von den Wettbewerbsbehörden verhindert worden. Unabhängige Musikproduzenten hatten von der EU ein Verbot der geplanten Fusion gefordert, da die fünf größten Konzerne bereits rund 80 Prozent des Weltmarktes kontrollierten. Sie fürchten, dass die Wettbewerbssituation durch einen Zusammenschluss von BMG und Sony Music weiter verschlechtern wird, weil die Gefahr von Preisabsprachen wachse.

Die beiden Musik-Verlage haben Künstler wie Pop-Star Britney Spears oder Shakira unter Vertrag und vermarkten Klassiker wie Elvis Presley. Bertelsmann und Sony Music begründeten ihren Willen zum Zusammenschluss mit wirtschaftlichen Zwängen, da sich die Konkurrenzsituation durch alternative Medien wie DVDs, das Internet oder Mobiltelefone verschärft habe. Die Branche leidet eigenen Angaben zufolge erheblich unter illegalen Raubkopien von Musik-Produktionen.

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