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21.11.2006 
Blackstone und die Telekom

Wie ein Finanzinvestor Strippen zieht

Kaum hat René Obermann den Vorstandsvorsitz der Deutschen Telekom übernommen, bläst ihm der Wind kräftig ins Gesicht. Fast täglich wird über den Verkauf von Konzernteilen, neuen Stellenstreichungen oder einem Einstieg der russischen Sistema spekuliert. Doch bestätigt hat sich bislang keines der Gerüchte.

Schon wenige Tage nach der Amtsübernahme bläst Telekom-Chef René Obermann der Wind ins Gesicht. Foto: dpaLupe

Schon wenige Tage nach der Amtsübernahme bläst Telekom-Chef René Obermann der Wind ins Gesicht. Foto: dpa

dpa BONN. Im Umfeld von Obermann heißt es, der Telekom-Chef müsse sich erst in das neue Amt einarbeiten. Viel Zeit bleibt dem 43-jährigen Topmanager nicht: Auf der Aufsichtsratssitzung am 5. Dezember soll Obermann seine Strategie präsentieren, mit der er der schwächelnden T-Aktie auf die Sprünge helfen will. Ganz genau zuhören wird dabei vor allem Lawrence Guffey, der für Blackstone in dem Gremium sitzt.

Der Finanzinvestor ist mit 4,4 Prozent zwar nur ein kleiner Anteilseigner - nach Angaben von Beobachtern spielt Blackstone aber eine wichtige Rolle. Schon bei der Ablösung von Obermanns Vorgänger, Kai-Uwe Ricke, hatte der Finanzinvestor seine Finger mit im Spiel. „Der Einfluss von Blackstone ist groß, aber ohne den Bund passiert da nichts“, sagt der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz. Erst nachdem Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) dem Drängen von Blackstone nachgegeben habe, sei der Vorstandswechsel vollzogen worden, heißt es im Umfeld des Aufsichtsrats.

Anlass für das Wirken der US-Investoren im Hintergrund - in Deutschland auch als „Heuschrecken“ bekannt - war die schwache Kursentwicklung. Schließlich brachten die ernüchternden Halbjahreszahlen der Telekom das Fass zum Überlaufen. Um gut zehn Prozent brach nach einer Gewinnwarnung der Kurs der T-Aktie ein. Seitdem soll Blackstone den Rauswurf von Ricke betrieben haben - auch wenn die Aufsichtsräte Anfang September den damaligen Vorstandschef noch einmal zappeln ließen und seine neue Strategie absegneten.

Laut einem „Spiegel“-Bericht präsentierten Vertreter von Blackstone einen „Elf-Punkte-Sanierungsplan“ für die Telekom im Finanzministerium. Vorgesehen ist darin unter anderem ein Teilverkauf von T-Systems. Blackstone hatte im April für 2,7 Mrd. Euro ein Aktienpaket gekauft und war damit zum größten Einzelaktionär nach dem Bund geworden, der 31,5 Prozent der Telekom kontrolliert.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Seit dem Aktienkauf wird über die Motivation gerätselt

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