Seit dem Aktienkauf wird über die Motivation gerätselt, denn normalerweise wollen Finanzinvestoren eine Kontrollmehrheit haben. Im Telekom-Aufsichtsrat kursiert sogar eine Studie, in der die Hintergründe für den Einstieg analysiert werden. Demnach hofft Blackstone auf einen Aufschwung des Aktienkurses. Denn mit zuletzt 13,85 Euro notiert der Kurs weiter unter den 14 Euro, die die Finanzinvestoren bezahlten. „Bei den Anlegern von Blackstone wird dieses Minusgeschäft bestimmt nicht gut angekommen“, sagt ein Partner eines großen Finanzinvestors. Die Angelsachsen stehen also selbst unter Druck.
Blackstone dringe auf den Verkauf von Teilen der Geschäftskundensparte T-Systems. Ein Teil des Erlöses könnte als Sonderdividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden, hieß es. Doch Obermann lässt sich - ganz auf der Linie von Ricke - von dem Finanzinvestor nicht drängen und ließ die Spekulationen umgehend dementieren. „Das Säbelrasseln wird aber nicht nachlassen“, heißt es im Umfeld von Blackstone.
Dem Bund kommt das aggressive Vorgehen des Finanzinvestors nicht ungelegen: „Mit Blackstone hat der Bund eine Speerspitze, um unliebsame Themen auf den Tisch zu bringen“, heißt es in hochrangigen Telekom-Kreisen. Dabei dreht es sich vor allem um einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen. Und daran führt, das weiß auch Obermann, kein Weg vorbei.
Die Regierung indes würde bei einer öffentlichen Forderung nach weiteren Einschnitten an Glaubwürdigkeit verlieren, Blackstone nicht. Profitieren würde von einem weiteren Stellenabbau nach Einschätzung von Analysten vor allem der Aktienkurs. Und ein Kursplus käme auch dem Bund zugute: Schließlich will Steinbrück im kommenden Jahr weitere Anteile an der Telekom versilbern - und dann soll die Staatskasse ordentlich klingeln.

