Wieder Interesse an Flash-Speichern: Qimonda ändert Strategie

Wieder Interesse an Flash-Speichern
Qimonda ändert Strategie

Der Speicherchiphersteller Qimonda wendet sich wieder dem Markt für Flash-Speicher zu. Die Infineon -Tochter wird künftig mit dem Halbleiterhersteller Macronix aus Taiwan im Bereich nicht-flüchtiger Speicherchips zusammenarbeiten - ein Strategiewechsel.

HB MÜNCHEN. Nicht-flüchtiger Speicherchips, zu denen vor allem Flash-Speicher zählen, können Informationen ohne ständige Stromversorgung speichern und werden etwa in MP3-Playern, USB-Sticks und Digitalkameras eingesetzt. Das Partnerschaftsprojekt mit den Asiaten sei auf fünf Jahre angelegt und am Fertigungsstandort Dresden angesiedelt, teilte Qimonda am Donnerstag mit. Beide Unternehmen würden die Entwicklungskosten gemeinsam tragen und sowohl Personal als auch Fachwissen einbringen, hieß es. Über die finanziellen Details sei Stillschweigen vereinbart worden.

Qimonda steuere vor allem seine Technologie zur Chipproduktion auf Siliziumscheiben mit 300 Millimetern Durchmesser bei, Macronix seine Erfahrung im Bereich der Flash-Technologie. Die Infineon -Tochter hatte bislang vor allem auf Dram-Chips für die Computerbranche und Unterhaltungselektronik gesetzt. Vor einigen Jahren hatte Qimonda aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben, eigene Flash-Speicher auf den Markt zu bringen, die entsprechende Entwicklung aber dennoch behalten.

Die Kooperation mit den Taiwanern, die offensichtlich zügig zu marktreifen Produkten führen soll, bedeutet somit eine technologische Wende in der Strategie von Qimonda. "Über die Partnerschaft mit Macronix wollen wir unseren Eintritt in den schnell wachsenden Markt nicht-flüchtiger Speicherlösungen beschleunigen", erklärte Unternehmenschef Kin Wah Loh. Der Markt für Flash-Chips verspricht zwar rasante Zuwächse, ist aber zugleich von einem extrem scharfen Preiskampf gezeichnet.

Die Qimonda -Mutter Infineon bereitet unterdessen die restlose Trennung von der zuletzt verlustreichen Tochter vor. Der Halbleiterkonzern will sich auf der kommenden Hauptversammlung Mitte Februar genehmigen lassen, die bis Anfang 2009 verbleibenden Qimonda -Aktien an seine Aktionäre zu verschenken. Bislang hält Infineon noch gut 77 Prozent an der Tochter und will sich zügig von der Mehrheit trennen. Der Kurs der Qimonda -Aktie hat sich an der New Yorker Börse seit dem Debüt im Sommer 2006 auf zuletzt 7,33 Dollar nahezu halbiert. Das Unternehmen hatte zuletzt unter dem starken Preisverfall bei Dram-Chips zu leiden.

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