Wiege des Konzerns
Stichwort: Siemens Com

Innerhalb des Siemens-Konzerns ist die krisengebeutelte Sparte Communications (Com) das älteste und größte Geschäftsgebiet.

HB MÜNCHEN. Mit rund 55 400 Mitarbeitern weltweit erzielte die Sparte zuletzt einen Jahresumsatz von gut 13 Mrd. Euro. Die Sparte ist in mehr als 160 Ländern vertreten und zählt nach eigener Aussage weltweit zu den größten Anbietern von Mobilfunk-, Fest- und Unternehmensnetzen.

Gemeinsam mit dem Partnerunternehmen NEC ist Siemens beispielsweise Vorreiter bei Mobilfunknetzen der dritten Generation. Mehr als 90 Prozent aller UMTS-Teilnehmer weltweit kommunizieren der Firma zufolge mit der Technik von Siemens und NEC.

Große Teile der Kommunikationssparte werden nun mit dem Netzwerkgeschäft des finnischen Handy-Riesen Nokia verschmolzen. Betroffen sind rund 37 000 Mitarbeiter, davon 11 000 in Deutschland. Größter Standort der Siemens-Netzwerksparte ist München mit rund 6 000 Beschäftigten. Weitere große Standorte sind Berlin und Bruchsal bei Karlsruhe mit jeweils mehr als 1 000 Mitarbeitern. Daneben gibt es eine ganze Reihe kleinerer Standorte in anderen Regionen. Im Ausland ist die Siemens-Netzwerksparte vor allem in China mit 3 000 Beschäftigten sowie in Italien und Brasilien mit jeweils rund 2 500 Mitarbeitern stark vertreten.

Das Kommunikationsgeschäft ist die Wiege des heute größten Elektronikkonzerns in Deutschland: 1847 wurde Siemens in Berlin als „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“ gegründet worden.

Mit dem rasanten technologischen Wandel, vor allem in den vergangenen Jahren, begannen die Preise kontinuierlich zu verfallen. Darunter hatte auch Siemens zu leiden. Im Zuge etlicher Restrukturierungsarbeiten wurden die Sparten Mobilfunk und Festnetz am 1. Oktober 2004 zur Com-Sparte zusammengelegt.

Siemens-Chef Klaus Kleinfeld verschenkte im Sommer 2005 das verlustreiche Mobiltelefon-Geschäft an den taiwanesischen Hersteller BenQ und legte sogar Geld oben drauf. Den Münchnern wurde vorgehalten, Trends im Handy-Markt verpasst und technologische Entwicklungen verschlafen zu haben.

Nach mehreren Wellen des Stellenabbaus soll sich die Sparte unter Leitung von Thomas Ganswindt auf Zukunftsfelder wie Fernsehen übers Internet oder superschnelle UMTS-Verbindungen konzentrieren. Mit dem Joint-Venture mit Nokia wird die Sparte praktisch aufgelöst, der verbleibende Teil wird ab 1. Oktober in der Sparte Automatisierungstechnik eingegliedert.

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