Windows 8.1
Die Rückkehr des Start-Buttons

Microsoft macht mit Windows 8.1 viel richtig – nicht nur, weil der Startknopf wieder da ist. Trotzdem dürfte der Softwarehersteller es schwer haben, die Computernutzer vom neuen Betriebssystem zu überzeugen.
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DüsseldorfAlles wegen eines Knopfs. Als Microsoft im vergangenen Herbst Windows 8 herausbrachte, schäumten die Foren und Kommentarspalten im Internet vor Ärger über. Das neue Betriebssystem sah nicht nur komplett anders aus; es hatte auch keinen Start-Button – jene kleine Steuerungszentrale, mit der Millionen von Menschen seit Jahren Programme aufrufen, den Drucker einrichten oder ihren Computer herunterfahren. Kleider machen Leute, Knöpfe machen manchmal Software.

Wenn Microsoft an diesem Donnerstag den Nachfolger von Windows 8 vorstellt, dürften die Diskussionen nicht so hochkochen. So mancher Nutzer hat sich inzwischen an die neue Oberfläche gewöhnt, zudem hat der Softwareriese auf die Kritik reagiert: Windows 8.1 wird mit einem Startknopf ausgestattet. Auch wenn der nicht das gewohnte Menü öffnet, sondern den Startbildschirm, den das Unternehmen mit Windows 8 eingeführt hat.

Trotz der Diskussion um die Bedienung enthält das System nicht nur derlei Änderungen an der Benutzeroberfläche. Neue Funktionen sollen es Firmen erleichtern, Tablet-Computer in ihre IT zu integrieren. Wenn die Mitarbeiter mit mobilen Geräten unterwegs sind, soll darauf Windows laufen, nicht Android oder das Apple-System iOS. Microsoft kämpft um seine Bedeutung in einer Welt, in der der klassische PC an Bedeutung verliert.

Mit Windows ist es wie mit der Kaffeemaschine: Es gehört in allen Firmen zum Inventar, ohne dass jemand groß darüber nachdächte (abgesehen von ein paar IT-Spezialisten). Das System läuft auf fast allen PCs. Doch mobile Geräte werden immer wichtiger – für den Privatgebrauch, aber eben auch im Berufsleben. „Viele Firmen entwickeln derzeit Mobilitätsszenarien“, sagt Axel Oppermann, Analyst beim Marktforschungsunternehmen Experton Group. Das ist für Microsoft eine Bedrohung, denn sein Betriebssystem spielt auf Tablet-Computern kaum eine Rolle.

Geht es nach den Granden in Redmond, ändert sich das jetzt. „Ich glaube, dass die Verschiebung hin zu Tablets weitergehen wird“, sagt Oliver Gürtler, der das Windows-Geschäft in Deutschland verantwortet. Davon will Microsoft endlich profitieren: Windows 8 und dessen Nachfolger 8.1 seien für verschiedene Gerätetypen entwickelt worden, auch solche mit Touchscreen. „Hier gewinnen wir rasant Marktanteile, und Tablets sind ja ein stark wachsendes Geschäft.“

Indes kam Windows 8 in der Geschäftswelt nur mäßig an, viele Firmen sind noch mit der Umstellung auf Windows 7 beschäftigt. Mit Version 8.1 will Microsoft sie endlich vom Umstieg überzeugen.

Kommentare zu " Windows 8.1: Die Rückkehr des Start-Buttons"

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  • Auch wenn Microsoft es immer behauptet. Der Startbutton ist eben nicht zurück. Der jetzt in Windows 8.1. nachgerüstete Button zur Umschaltung in die Fliesenabteilung ("Kacheloptik") hat in etwas soviel mit dem alten Startbutton zu tun wie Bischof Tebartz van Elst mit der Rückkehr des Messias/Jesus Christus.

    Ich habe mir auch für 15 Euro seinerzeit ein Update von Win7 auf 8 gekauft und bin mittlerweile zu Win7 zurück gekehrt. Win8 hat einfach viele Erschwernisse/Bevormundung, die ich nicht brauche.

  • Als Firmenkunde brauche ich so einen Unfug wie Win8 nicht. Wir hätten lieber ein Win7 SP1 mit kleinen, aber feinen Verbesserungen.

    Eine Migration auf Win8 kommt für uns nicht in Frage!

  • Microsoft wird wahrscheinlich so schnell nicht "untergehen".....die sind zu tief in der it Branche verankert (vor allem im Businesssegment).

    Aber ihren Stellenwert haben sie unlängst verloren, das werden sie auch weiterhin.....und dass die Menschheit es sich wünscht und dieser Firma gönnt ist nur selbstverständlich!!!!

    1. fast 20 Jahre lang war windows durch MS's Dominanz die einzige Plattform zum "Computing", was auch immer das bedeutete (websurfen, arbeiten, chatten, Musik hören, Filme gucken, oder beides erstellen/bearbeiten). Es gab keine Wahl, man war auf gedeih und verderben auf microsoft angewiesen

    An sich nix schlimmes------------->JEDOCH:

    2. aus diesem Grund wandelte sich die Welt und die gesamte Branche zum Takt von microsoft außerordentlich langatmigen und unregelmäßigen sowie unzuverlässigen "produktzyklen", die extrem schnelllebige Branche musstesich immer an microsoft anpassen, und somit auch der User (bei Software sollte es andersrum sein), was Jahrzehnte lang MASSIV den innovationsfluss und Strom hemmte (guckt mal was in den letzten 5 Jahren passiert ist, seitdem mehrere Firmen die strippen ziehen und konkurrieren) sowie den Großteil der User frustrierte.
    Innovation war langsam und schleppend (bis vor 3-4 Jahren sahen Desktops und Laptops so aus wie vor 15 Jahren), was unterstreicht dass microsoft keine produktversierte, sondern absolut businessoriwntierte Firma ist.

    3. Auch durch diesen Punkt, dass MS keine produktfirma ist, verschlief sie ALLE Entwicklungen seit dem Durchbruch des Internets, und nur deswegen haben es andere Firmen geschafft andere Plattformen zu etablieren (Android, ios etc.), die dem Benutzer vor Augen führen was hätte sein können, und dass "computen" für jedermann supersimpel sein kann, als auch intuitiv und nicht ALLES INS WINDOWS FRAMEWORK GEQUETSCHT WERDEN MUSS.

    Die Leute wollen auf Grund des angestauten Frusts (fast 2 Dekaden.....) microsoft Versagen sehen........man kann es ihnen nicht verübeln :)

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