Windows: Microsoft schließt Messenger „Rooms“

Windows
Microsoft schließt Messenger „Rooms“

Die nächste Niederlage für Microsoft im Social Web: Der Smartphone-Dienst „Rooms“ wird eingestellt. Wer ihn bisher genutzt hat und seine Daten retten will, muss jetzt handeln.
  • 0

San FranciscoEs hat nicht lange gedauert. Ende 2012 zunächst exklusiv für Smartphones mit Windows 8 eingeführt, wird der private Messenger „Rooms“ im März eingestellt. Wer Fotos, Chats oder Kalendereinträge hat, die er retten will, so Microsoft in einer e-Mail, solle von ihnen noch im Februar eine Kopie anfertigen.

Eine Chat-Nachricht an Familienmitglieder senden, den Standort teilen, To-Do-Listen, den Kalender oder Fotos? Rooms hat dies alles möglich gemacht. „Rooms ist dafür da, Menschen abseits der Masse in Gruppen zu sammeln. Das ist perfekt für Familien und enge Freunde“, so Joe Belfiore bei der Einführung des Angebots. Rooms war der Einstieg in die Welt der Messenger wie WeChat, WhatsApp, Line oder Omlet.

Der Ansatz ist offenkundig gescheitert. Zuvor war bereits der Windows Live Messenger als Standard-App abgeschafft worden. In der kommenden Version Windows Phone 10 für Smartphones ist auch Rooms nun nicht mehr enthalten. Dafür wird Skype, für 8,5 Milliarden Dollar von eBay gekauft, zur integrierten Standard-App, um es mit WhatsApp & Co und Apples iMessage aufzunehmen. Der Unterschied: Anders als Apples iMessage ist Skype auf allen Plattformen wie Android und PC und iPhone verfügbar. Unter einer Oberfläche wird die Versendung von Nachrichten, SMS und Telefonie möglich sein. Vor allem der (oft kostenlose) Telefonie-Teil wird von den Nutzern geschätzt.

Ob Microsoft das Blatt noch einmal wenden kann, wird sich zeigen müssen. Alleine WhatsApp, der von Facebook für 19 Milliarden Dollar gekaufte Skype-Konkurrent, hat mittlerweile 700 Millionen monatlich Nutzer weltweit. 2013 waren es noch rund 200 Millionen. Als der Vertrag mit Microsoft 2011 geschlossen wurde, meldete Skype 170 Millionen Nutzer pro Monat. Ende 2013 lag die Zahl bei 280 Millionen, aber seitdem gibt es keine Updates mehr. Microsofts Smartphone-Betriebssystem ist mit weniger als vier Prozent Marktanteil weltweit abgeschlagen die Nummer drei hinter Googles Android und iOS von Apple.

Microsoft warnt in der E-Mail ausdrücklich vor einem Update auf die Test-Version von Windows 10 für Smartphones, wenn man Rooms noch nutzt oder Daten und Informationen aus Rooms noch nicht gesichert hat. Auf Windows 8.1 werden Rooms-Inhalte noch eine Weile lang angezeigt werden, ab März ist aber keine Erstellung neuer Inhalte möglich.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Windows: Microsoft schließt Messenger „Rooms“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%