Windows-Version ohne Media-Player zugesagt
Microsoft muss EU-Auflagen akzeptieren

Der US-Softwarekonzern Microsoft wird nach eigenen Angaben alle Hauptauflagen der EU bei der vereinfachten Version seines Betriebssystems Windows umsetzen.

rtr BRÜSSEL. „Wir haben heute die Kommission informiert, dass wir alle wichtigen Änderungen akzeptieren, die sie bei der Windows-Version ohne Media Player gefordert hatte“, sagte Microsoft-Anwalt Horacio Gutierrez am Dienstag. Die Kommission hatte Microsoft aufgefordert, eine Version von Windows ohne die Media-Player-Software anzubieten. Die EU-Wettbewerbsbehörde bestätigte den Eingang eines Schreibens von Microsoft, lehnte eine Bewertung aber vorerst ab. Die Angaben müssten erst genau geprüft werden, sagte eine Sprecherin.

Microsoft erklärte, es verzichte wie von der EU-Kommission verlangt auf Warnhinweise, dass bestimmte Software-Produkte ohne Media Player nicht funktionierten. Die Zusicherungen beträfen auch Registrierungsdateien. Mit dem Entfernen einiger solcher Informationen könnte nach Einschätzung von Kritikern die Funktionsfähigkeit anderer Programme beeinträchtigt werden. Microsoft habe auch zugestimmt, ein Software-Paket anzubieten, das den Benutzern das Ersetzen von fehlenden Media-Dateien ermögliche. Bis auf einige technische Fragen seien damit 99 Prozent der Forderungen der Kommission abgedeckt, erklärte der Microsoft-Anwalt.

Wettbewerbsfähigkeit der Konkurrenten soll erhalten werden

Erst vor wenigen Tagen hatte die Kommission bezweifelt, dass Microsoft seinen Konkurrenten bislang ausreichend entgegenkomme, um Auflagen der Wettbewerbsbehörde zu erfüllen. Die Kommission hatte Microsoft neben der Verhängung einer Geldstrafe von 497 Millionen Euro unter anderem verpflichtet, Konkurrenten Zugang zu Teilen seiner Server-Software zu geben, damit diese ihre Programme mit Microsoft-Servern verbinden können.

Zudem sollte eine Windows-Version ohne Media-Player angeboten werden, um Multimedia-Konkurrenten wie Apple mit dem Programm Quicktime und RealNetworks mit seinem RealPlayer nicht das Wasser abzugraben. Nachdem ein EU-Gericht die Aussetzung der Auflagen ablehnte, hatte Microsoft deren Umsetzung zugesagt. Beschwerden von Microsoft-Kunden und Konkurrenten zeigten, dass der Software-Konzern die Auflage nicht ausreichend umsetze, hatte die Kommission mit Blick auf die Serveranbindung erklärt.

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