Windows Vista bereitet Sorgen
Microsoft droht neuer Ärger mit der EU

Der Softwareriese Microsoft hat Windows Vista noch nicht auf den Markt gebracht, da meldet die EU-Kommission schon ihre Bedenken an. Damit droht dem US-Konzern ein weiterer Rückschlag bei der Einführung seines neuen Betriebssystems.

HB BRÜSSEL. Die EU-Kommission zeigte sich am Mittwoch in Brüssel besorgt, dass Microsoft mit Vista - wie bereits mit früheren Windows-Versionen - gegen europäische Wettbewerbsregeln verstoßen könnte. Dies habe die Behörde dem Konzern mitgeteilt, sagte der Sprecher von Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes. Es sei aber keine formelle Untersuchung eingeleitet worden.

Die Kommission hatte bereits ein Rekordbußgeld wegen der aktuellen Windows-Software verhängt. Mit dem Warnbrief verschärfte die Kommission unmittelbar vor einer Anhörung mit dem Konzern die Gangart. Am Donnerstag und Freitag wird Microsoft bei der nicht- öffentlichen Veranstaltung in Brüssel seine Konzessionen im laufenden Streit um Einhaltung von EU-Sanktionen erläutern. Auch Konkurrenten werden zu Wort kommen. Microsoft ist derzeit mit Windows der mit Abstand führende Hersteller von Betriebssystemen weltweit.

Microsoft weist Vorwürfe zurück

Der US-Konzern wies die Vorwürfe unterdessen zurück. Mit Vista werde Microsoft alle Gesetze und Wettbewerbsstandards einhalten, teilte das Unternehmen mit. „Verbrauchern steht es offen, eine breite Palette von Konkurrenz-Produkten zu nutzen. Windows Vista soll die Verbraucherentscheidungen respektieren.“ Microsoft wolle sowohl die Branche als auch die Regulierungsbehörden über die Software-Entwicklung auf dem Laufenden halten. Der Markstart von Vista war erst kürzlich von November auf Janaur 2007 verschoben worden. Vista soll Windows XP ersetzen.

Der EU-Sprecher betonte dagegen, Microsoft müsse auch bei dem neuen Betriebssystem Vista die EU-Wettbewerbsregeln einhalten. „Es ist nicht Teil des alten Falles. Falls wir feststellen sollten, dass Vista die EU-Regeln verletzt, würden wir einen neuen Fall haben.“ Brüssel sorgt sich, dass das Betriebssystem mit Anwendungen gekoppelt werden könnte, die bisher getrennt zu erhalten sind. So befürchtet dem „Wall Street Journal“ zufolge zum Beispiel auch Symantec, kalifornischer Hersteller von Antiviren-Software, dass Microsoft Vista mit einer eigenen Antiviren-Software bündeln könnte.

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