Windows zieht kaum: Microsoft punktet mit Cloud-Wachstum

Windows zieht kaum
Microsoft punktet mit Cloud-Wachstum

Microsoft hat im abgelaufenen Quartal bei Gewinn und Umsatz eingebüßt. Analysten hatten jedoch weniger erwartet. Die Neuausrichtung des Konzerns scheint immer mehr Wirkung zu zeigen. Die Aktie legte nachbörslich zu.

San FranciscoFür Microsoft zahlt sich der Strategiewandel immer stärker aus. Dank florierender Einnahmen im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft und eines aggressiven Sparkurses übertraf der weltgrößte Softwarekonzern im abgelaufenen Quartal die Markterwartungen. Allerdings gingen Gewinn und Umsatz deutlich zurück, weil die PC-Nachfrage schwächelt und der starke Dollar das Auslandsgeschäft dämpft. An der Wall Street stieß der Zwischenbericht am Donnerstag auf Beifall: Die Microsoft-Aktie legte im nachbörslichen Handel drei Prozent zu.

Konzernchef Satya Nadella will weniger Abhängigkeit von den angestammten Software-Produkten. Er setzt auf mobile Anwendungen und vor allem die sogenannte Datenwolke als neuen Hoffnungsträger. Im Cloud-Geschäft können Kunden über das Internet Software und Speicherkapazität nutzen, die ihnen von externen Rechnern zur Verfügung gestellt werden. Die Geschäftsmöglichkeiten mit Firmenkunden beschrieb Nadella in euphorischen Tönen. „Die Chancen der Unternehmens-Cloud sind gewaltig – größer als jeder Markt, an dem wir jemals teilhatten“, sagte er in einer Telefonkonferenz.

Im abgelaufenen Vierteljahr steigerte Microsoft den Umsatz im Cloud-Bereich um fünf Prozent auf 6,3 Milliarden Dollar. Damit macht dieser nun etwa ein Viertel der Gesamterlöse aus. „Sie haben die Wolke festgenagelt“, sagte Analyst Matt Howard von der Investmentfirma Norwest Ventures. Im lukrativen Cloud-Geschäft tummeln sich auch andere Technologiegrößen wie IBM, Amazon und SAP

Doch in anderen Sparten spürt Microsoft mächtig Gegenwind. Der Quartalsgewinn sackte um knapp 15 Prozent auf fünf Milliarden Dollar ab. Die Konzernerlöse brachen um rund zehn Prozent auf 23,8 Milliarden Dollar ein. Beide Kennzahlen fielen allerdings höher aus als von Analysten erwartet. Weil das Unternehmen mehr als die Hälfte seines Umsatzes außerhalb der USA erwirtschaftet, wird es von der Dollar-Stärke besonders getroffen, die Produkte von amerikanischen Firmen im Ausland teurer macht.

Ferner bekommt Microsoft den schwachen PC-Absatz zu spüren, der nach Angaben des Marktbeobachters IDC im Schlussquartal 2015 weltweit um 10,6 Prozent zurückging. Allerdings rechnen die Experten für das laufende Jahr mit einer Verbesserung des Geschäfts. Viele Unternehmen hätten auf das im vergangenen Sommer in den Handel gekommene Microsoft-Betriebssystem Windows 10 gewartet und dürften nun zugreifen..

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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