„Wir müssen deutlich mehr tun“
Grundig strebt Wachstum im Ausland an

Der Elektronikanbieter Grundig Intermedia will angesichts des schwachen Inlandsgeschäfts die Auslandsmärkte stärker in den Blick nehmen. „Wir müssen deutlich mehr tun“, sagte Geschäftsführer Hubert Roth in einem dpa-Gespräch in Nürnberg.

dpa NüRNBERG. Vor allem in Großbritannien wolle Grundig mit Hilfe seines Gesellschafters Alba Fuß fassen. „Dort ist sehr viel zu holen“, sagte Roth. Grundig Intermedia ist Nachfolger der insolventen Grundig AG in der Kernsparte Fernsehgeräte. Das Unternehmen gehört zu jeweils 50 Prozent der englischen Vertriebsgesellschaft Alba und dem türkischen Elektronikhersteller Beko.

Seit dem Tiefpunkt bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens im Juli 2003 habe man in Deutschland wieder deutlich Marktanteile gewonnen, sagte Roth. Nach Zahlen des Marktforschers GfK lägen die Anteile nach Umsatz bei knapp acht Prozent, nach Zahl der verkauften Geräte bei zehn Prozent.

Man sei „preisaggressiver“ geworden, „um wieder in den Markt zu kommen“, sagte Roth. Das Weihnachtsgeschäft habe auf diese Weise wieder fast das Niveau von 2002 erreicht. Der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr 2004/05 (31. März) wird Branchenschätzungen zufolge bei etwa 320 Mill. Euro liegen. Im neuen Geschäftsjahr erwartet der Grundig-Chef Erlöse „in einer Größenordnung von 500 Mill. Euro“. Bei der Profitabilität liege man „besser als von den Anteilseignern erwartet“. Das Unternehmen beschäftigt etwa 450 Mitarbeiter, davon 250 in Nürnberg in den Bereichen Entwicklung, Vertrieb, Marketing und Service.

Auf den zehn wichtigsten europäischen Märkten (einschließlich Deutschland) verlor Grundig seit 2002 deutlich Anteile und kommt gegenwärtig nur auf etwa 1,4 Prozent. „Wir sind in den außerdeutschen Märkten sehr schwach“, räumte Roth ein. Neben Großbritannien hoffe man in Italien und in Spanien auf Wachstum. Auch Polen sei mittlerweile ein wichtiger Markt.

Grundig-Geräte werden überwiegend vom türkischen Gesellschafter Beko gefertigt. „Wir haben aber unsere eigenen Entwicklungskonzepte“, betonte Roth. Grundig-Produkte hätten daher eine „eigene Identität“. 70 Prozent des Umsatzes werden mit TV-Geräten gemacht. Diese „Fernsehlastigkeit“ solle geringer werden. „Wir müssen in anderen Produktbereichen wachsen.“ Chancen sieht der Grundig-Chef unter anderem bei DVD-Rekordern oder den für interaktives Fernsehen notwendigen Set-Top-Boxen. Auf der Cebit in Hannover sollen in Zusammenarbeit mit der spanischen Telekommunikationsfirma Vitelcom die ersten Grundig-Handys vorgestellt werden.

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