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05.01.2007 
Brief an Belegschaft

„Wir müssen schnell handeln!“

Der neue Telekom-Chef Rene Obermann hat seine Mitarbeiter auf große Veränderungen im laufenden Jahr vorbereitet: Marktanteile müssten verteidigt, Kosten gesenkt und der Service verbessert werden. Börsianer werten die Aussagen als Signal für eine neuerliche Sparrunde. Entsprechend reagiert die Aktie.

Obermann schwört die Mitarbeiter auf große Veränderungen ein. Foto: dpaLupe

Obermann schwört die Mitarbeiter auf große Veränderungen ein. Foto: dpa

HB FRANKFURT. „Um langfristig bestehen zu können, werden wir 2007 in unserem Unternehmen einiges verändern müssen“, schrieb Obermann in einem Brief an die Mitarbeiter der Deutschen Telekom. „Wir müssen schnell handeln! Kosten runter, Service verbessern und unsere Preise wettbewerbsfähig machen – dann und nur dann haben wir als 'T' eine gute Perspektive“, hieß es in dem Schreiben. Ein „weiter so“ gefährde langfristig das ganze Unternehmen.

Die Telekom müsse ihre Kosten senken, das gelte auch für die Personalkosten, bekräftigte Obermann frühere Aussagen. Dennoch wolle der Konzern möglichst vielen Menschen eine langfristige Beschäftigungsperspektive geben. „Aber das geht nur, wenn wir deutlich produktiver werden und von einigen Gewohnheiten Abschied nehmen, um so die Kosten pro Arbeitsstunde zu senken“, fügte Obermann hinzu. Im Januar will die Telekom mit den Gewerkschaften über Lohnsenkungen, verlängerte und flexiblere Arbeitszeiten verhandeln.

Aktie steigt

Die Börsianer nahmen die Aussagen Obermanns zum Anlass, über weitere Einschnitte und Umbauten bei der Telekom zu spekulieren. Die Telekom-Aktie stieg in einem von Verlusten geprägten Markt bis zum Mittag um fast 1 Prozent; damit war sie der zweitbeste Titel im Aktienindex Dax.

Obermann hatte zu seiner Berufung als Telekom-Chef im November vergangenen Jahres angekündigt, der Konkurrenz in Deutschland mit einer engeren Verzahnung von Mobilfunk und Festnetz und einer besseren Kundenorientierung Paroli bieten zu wollen. An dem von seinem Vorgänger Kai-Uwe Ricke ausgegebenem Sparziel von 5 Mrd. Euro bis 2010 hält Obermann fest. Auch bei der Ausgliederung von 45 000 Service-Mitarbeitern in konzerneigene Gesellschaften soll es bleiben. Bis 2008 sollen 32 000 Mitarbeiter den Konzern ganz verlassen; das Gros davon stammt aus der Festnetzsparte T-Com. Derzeit hat die Telekom rund 170 000 Mitarbeiter.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Mängel im Service.

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