Wirbel um baldigen Tod: Hässliches Gerücht um kranken Apple-Chef Jobs

Wirbel um baldigen Tod
Hässliches Gerücht um kranken Apple-Chef Jobs

Apple-Guru Steve Jobs soll nur noch wenige Wochen zu leben haben - meldet ein Boulevardmagazin dank Ferndiagnose. Obwohl sich Jobs jetzt mit Präsident Obama treffen will, sorgt die "Nachricht" für Wirbel im Netz.
  • 0

San Francisco, DüsseldorfEs ist eine hässliche, schmierige Geschichte, die das Boulevardblatt National Enquirer da in die Welt gesetzt hat, und die sich nun in Windeseile übers Internet weltweit verbreitet: Apple-Chef Steve Jobs soll schwer krebskrank sein und nur noch wenige Wochen zu leben haben.

Einzige Beweise: Fotos sollen einen ausgemergelten Jobs beim Verlassen des Stanford Cancer Centers im kalifornischen Palo Alto zeigen. Zu sehen sind die Bilder auf dem Titelcover der aktuellen Ausgabe des Enquirers. Anhand dieser Aufnahmen wagt ein von dem anrüchigen Boulevard-Blatt befragter Chirurg die Ferndiagnose, dass Jobs wohl nur noch sechs Wochen zu leben habe – ohne diesen freilich jemals überhaupt persönlich kennengelernt zu haben. Seriös? Kaum, auch wenn bekannt ist, dass Jobs an einer schweren Krebserkrankung gelitten hat. Derzeit ist der CEO aus medizinischen Gründen auf unbefristete Zeit von seinen Aufgaben bei Apple freigestellt.

Nicht unbedingt wahrscheinlicher wird die Meldung vom nahen Tod des Apple-Chefs dadurch, dass Jobs am Donnerstagabend kalifornischer Zeit an einem privaten Treffen von High-Tech-Leadern mit Präsident Barack Obama in San Francisco teilgenommen hat. Ein Todkranker im illustren Kreis mit Eric Schmidt von Google und Mark Zuckerberg von Facebook? Schwer vorstellbar.

Ohnehin ist die Bilanz des National Enquirers bei Sterbevorhersagen recht durchwachsen. Kinostar Michael Douglas gaben die Fachleute des Enquirers – auch auf Basis von Paparazzi-Fotos, wie das US-Wirtschaftsmagazin Forbes schreibt – jüngst nur noch drei Monate zu leben. Douglas hat seine Krebserkankung inzwischen offenbar überstanden und erfreut sich wieder bester Gesundheit.

Die Börse scheint den Gerüchten sehr wohl Bedeutung beizumessen: Alleine die Verluste der schwer gewichteten Papiere des iPhone- und iPad-Herstellers kosteten den Auswahlindex Nasdaq fast sieben Punkte und damit einen neuerlichen Höchststand seit Februar 2001. Verantwortlich war die Unsicherheit über den Gesundheitszustand des Apple-Gründers Steve Jobs. Apple-Aktien waren mit einem Abschlag von 1,33 Prozent auf 358,30 US-Dollar fünftschwächster Wert im Nasdaq 100.

Gerade deshalb zeigt auch das jüngste Gerücht, so absurd und falsch es wohl auch sein mag, wo Apples offene Flanke liegt: Das Unternehmen ist auf eine Person zugeschnitten, über die der Computerhersteller nur wenig preis gibt – und gerade dadurch Geschichten wie der vom nahen Tod Tür und Tor öffnet. An sich ist Jobs Gesundheitszustand nur seine eigene, persönliche Angelegenheit – doch durch die hohe Personalisierung der Marke Apple mit der eigenen Persönlichkeit, hat sich Jobs selbst so weit ins Rampenlicht gestellt, dass für ihn inzwischen andere Regeln gelten. Er hat sie selbst mit aufgestellt.

Kommentare zu " Wirbel um baldigen Tod: Hässliches Gerücht um kranken Apple-Chef Jobs"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%