Wirtschaftsflaute
Speicherchip-Hersteller vor dem Aus

Erst eine gigantische Überproduktion, dann die Finanzkrise und nun streiken auch noch die Käufer: Viele Hersteller von Speicherchips, so genannten Drams, stehen kurz vor dem Aus. „Eine ganze Reihe führender Dram-Hersteller ist in zwei bis drei Quartalen insolvent, wenn sie weiter wie bisher Geld verbrennen“, warnt I-Suppli-Analyst Dale Ford.

MÜNCHEN. Dass Intel am Donnerstag seine Prognose für das laufende Jahr zurück genommen hat, ist für die Hersteller ein katastrophales Zeichen. Denn damit ist endgültig klar, dass das Weihnachtsgeschäft mit PCs und Notebooks enttäuschend wird. Das ist deshalb so schlimm für die Branche, weil die Computerproduzenten die wichtigsten Kunden sind.

„Die Situation ist ernst“, heißt es nüchtern beim hoch defizitären Speicherchipanbieter Qimonda. Wie lange das Geld noch reicht? „Kein Kommentar.“ Die Münchener haben jüngst ihre Anteile an einem Chipwerk in Taiwan versilbert, um das laufende Quartal zu finanzieren. Zudem müssen in diesen Tagen 3 000 Mitarbeiter gehen. „In der Dram-Industrie geht es ums nackte Überleben“, sagen die Experten von Dram-Exchange aus Taiwan.

Acht Anbieter teilen den mehr als 30 Mrd. Dollar schweren Markt unter sich auf. Außer Marktführer Samsung aus Korea verdient momentan kein Hersteller Geld. Dass bislang trotzdem alle Unternehmen munter weitermachen, hat einen einfachen Grund: Die Firmen sind hoch spezialisiert. „Würden sie aus dem Dram-Markt aussteigen, wäre dies das Ende des Unternehmens“, so Dram-Exchange.

Dazu kommt: Moderne Speicherchip-Werke kosten Milliarden. Die Maschinen sind so teuer, dass die Hersteller bislang stets versucht haben, sie voll auszulasten. Zudem lässt sich die Produktion nur mit längerem Vorlauf herunter fahren. Deshalb produzieren die Anbieter in der Regel stets mit Volldampf.

Weil die Chips gleichzeitig immer kleiner werden, steigt der Ausstoß. Dies hat in den vergangenen anderthalb Jahren dazu geführt, dass die Preise in den Keller gekracht sind. Alleine in den Monaten September und Oktober ging es um ein Fünftel nach unten.

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