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Wirtschaftsförderung 2.0: Köln, Hamburg, München - alle wollen Twitter

Der Kurznachrichtendienst Twitter sucht einen Standort in Deutschland. Noch sind mehrere Städte im Rennen. In Köln preisen Unternehmer und Bürger per Twitter-Nachrichten die Stadt an – das könnte den Sieg bringen.

Das Twitter-Logo.
Das Twitter-Logo.

DüsseldorfEs war am 22. Januar, als Twitter-Chef Jack Dorsey auf einer Konferenz in München ankündigte, dass die Firma eine Dependance in Deutschland eröffnen will. Berater hatten da bereits begonnen, die Fühler nach Städten auszustrecken, die in Frage kämen. Dazu zählen nach Informationen von Handelsblatt Online Köln, aber auch Berlin, Frankfurt und München als größter IT-Standort des Landes. In der bayerischen Hauptstadt war sogar schon einmal die Twitter-Zentrale verortet worden - doch das war nur ein Aprilscherz.

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Hamburg scheint ins Hintertreffen geraten zu sein, dabei haben wichtige Twitter-Konkurrenten an der Waterkant Büros. Internetriese Google hat dort seit mehr als zehn Jahren ein Büro, seit 2010 ist auch Facebook dort vertreten. Bei der Wahl des ersten Europastandorts hatte sich Twitter für Dublin entschieden, weil dort die wichtigsten Internetunternehmen bereits vertreten waren. „Es gibt keine Stadt, die nicht gerne Twitter beherbergen würde“, sagt ein Sprecher der Wirtschaftsförderung Hamburg. Man habe bereits per Twitter versucht, mit Firmengründer Jack Dorsey Kontakt aufzunehmen, bislang aber keine Reaktion.

Twitter Wer sich mit dem Online-Gezwitscher blamierte

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In Köln hat sich derweil eine Bewegung von Internet-Unternehmern und Bürgern in Gang gesetzt, die sich zum Ziel gesetzt haben, Twitter an den Rhein zu holen. Sie verbreiten Meldungen über den Kurznachrichtendienst, die sie etwa an den Account von Dorsey (@Jack) richten. Bereits mehrere tausend Nutzer hat die Bewegung erreicht und könnte sich als so etwas wie „Wirtschaftsförderung 2.0“ erweisen – ein Schwarm an Internetnutzern, der eine Firma an einen bestimmten Standort locken will.

Die Idee könnte durchaus Erfolg haben, wie ein Beispiel aus den USA zeigt. Dort hatte sich der Lebensmittelkonzern Chiquita im vergangenen Jahr auf die Suche nach einem neuen Standort für seine Konzernzentrale gemacht. Die Firma kehrte Cincinnati den Rücken und wählte stattdessen Charlotte im Bundesstaat North Carolina. Monatelang hatte die Stadt gebuhlt. Und Chiquita ließ sich nicht nur von Wirtschaftsdaten und Steuervergünstigungen beeindrucken, sondern auch von Tausenden Kurzmitteilungen von Bürgern der Stadt, die die Zentrale gerne in Charlotte sehen wollten.

5 Jahre Twitter Ein Zwitschern geht um die Welt

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Ob die Kölner im Kampf um Twitter ähnlich viel Erfolg haben könnten, ist unsicher. Aber wenn die Städte im Rennen bei wirtschaftlichen Kriterien auf gleichem Niveau liegen würden, könnte sich die Twitter-Kampagne als „Zünglein an der Waage“ erweisen, sagt Professor Jürgen Stember, der sich an der Fachhochschule Harz unter anderem mit Wirtschaftsförderungskonzepten befasst.

Die Kölner Bewegung nahm ihren Anfang mit einer Kurznachricht von Kommunikationsberater Markus Jakobs. Am 24. Januar hatte die Stadt ein über viele Monate erarbeitetes Konzept vorgestellt, um sich als „Standort für Internettechnologie und –infrastruktur zu präsentieren“. Am selben Tag twitterte er: „nächster Schritt @twitter_de nach Köln holen“.

Die Kölner Internet Union, der Internetfirmen aus der Region angehören, griff die Idee ihres Mitglieds auf und begann unter dem Schlagwort (Hashtag) #twithubcgn das Werben. Mittlerweile besteht auch ein Twitter-Account (@twithubcgn).

Die Stadt Köln hat derweil den offiziellen Weg eingeschlagen und ein Schreiben an Twitter gesandt, um sich für den deutschen Firmenstandort zu bewerben. Wirtschaftsdezernentin Ute Berg baut darauf, als – nach eigenen Angaben – zweitgrößter IT-Standort in Deutschland in Kalifornien Gehör zu finden.

Soziale Netzwerke

Schließlich habe etwa Microsoft seine Deutschland-Zentrale hier und es gebe angesichts über 85000 Studierender in der Stadt einen großen Talentpool. „Bislang haben wir aber noch keine Antwort erhalten“, so Berg.

Entschieden ist bei Twitter noch nichts. Es werde Personal für einen deutschen Standort gesucht, so eine Sprecherin gegenüber Handelsblatt Online. „Aber wir wissen noch nicht, wo der physische Sitz sein wird.“

  • 06.02.2012, 12:04 Uhrfirlefranz77

    Ja klar, sie geben ihren Job auf und ihren Freundeskreis, weil ein Unternehmen in die gleiche Stadt zieht, mit dem Sie eh nie was zu tun haben. Macht Sinn.

    Wahnsinn. Warum sind manche Menschen nur so unfassbar blöde?

  • 06.02.2012, 10:03 Uhrdenk.mal

    Ich sehe das so: Wenn sich eine Deutsche Stadt zur Hure eines komplett überflüssigen US-Unternehmens macht, werde ich ganz sicher dort wegziehen, sollte ich dort wohnen.

  • 06.02.2012, 09:55 Uhrdenk.mal

    Wohl weil Jack Dorsey auf Twitter nur schreibt und nie liest?

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