Wirtschaftsmedien
„Spiegel“ vor Einstieg bei der „FTD“

Der britische Medienkonzern Pearson verliert die Geduld mit der verlustreichen Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“: Nach Handelsblatt-Informationen will das Londoner Verlagshaus seinen 50-Prozent-Anteil an den Hamburger „Spiegel“-Verlag verkaufen. Gegen eine Mehrheitsübernahme wehrte sich der andere Eigner erfolgreich.

LONDON/HAMBURG. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen des „Spiegel“ und des Verlagshauses Gruner + Jahr in Hamburg erfuhr, soll die Transaktion in den nächsten Wochen über die Bühne gehen. Die Verträge sind offenbar unterschriftsreif. Die Mitarbeiter-KG des „Spiegel“ mit einem Anteil von rund 50 Prozent am Verlag muss aber noch zustimmen.

Eine offizielle Bestätigung für den Gesellschafterwechsel bei dem im Jahr 2000 gegründeten Wirtschaftsblatt gab es am Montag nicht. Der Verlag Gruner + Jahr, der die Hälfte der Anteile bei der FTD hält, lehnte einen Kommentar ab. Der „Spiegel“ war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Pearson sagte auf Anfrage, dass man Marktspekulationen nicht kommentiere.

Der Ausstieg von Pearson bei dem Hamburger Wirtschaftsblatt ist keine Überraschung. Die britische Mediengruppe hat sich zuletzt von der französischen Wirtschaftszeitung „Les Echos“ getrennt. Zuvor verkaufte Pearson in Spanien seinen Anteil an der Wirtschaftszeitung „Expansíon“. Großaktionäre fordern seit Langem eine Trennung von der Financial-Times-Gruppe, da deren Gewinne im Vergleich zu den Fachinformationen klein ausfallen. Unternehmenschefin Marjorie Scardino lehnte das bislang ab.

Der Kauf des Pearson-Anteils durch den „Spiegel“ ist kompliziert. Wie aus Verhandlungskreisen zu erfahren war, konnte sich der „Spiegel“ die Namensrechte der „Financial Times“ auf mehrere Jahre sichern. Für „Spiegel“-Geschäftsführer Mario Frank ist der bevorstehende Erwerb der 50 Prozent an der FTD ein wichtiger Schritt auf dem Weg, den Hamburger Verlag zu diversifizieren. Zusammen mit dem „Manager Magazin“ wird das Standbein Wirtschaftspresse ausgebaut.

Beim „Spiegel“ verspricht man sich Synergien nicht nur in der redaktionellen Arbeit, sondern vor allem im Anzeigenverkauf. Offenbar strebte der „Spiegel“ sogar die unternehmerische Führung mit 51 Prozent der Anteile an. Doch darauf ließ sich Gruner nicht ein.

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