Wochenzeitung
„Rheinischer Merkur“ schrumpft zur Beilage

Die deutschen Bischöfe streichen die Gelder für die Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" zusammen. Das kirchlich geprägte Blatt werde künftig nur noch als Beilage der "Zeit" erscheinen, teilte die Deutsche Bischofskonferenz mit. Offenbar gab es auch inhaltliche Kritik aus den Reihen der Kriche an der Zeitung.
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HB FULDA. Die kirchlich geprägte Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" wird künftig nur noch als sechsseitige Beilage der Wochenzeitung "Die Zeit" erscheinen. Die Deutsche Bischofskonferenz teilte am Dienstag bei der Herbst-Vollversammlung in Fulda mit, am Montag sei eine entsprechende Kooperation beschlossen worden.

Deren Ziel sei es, "die Kernkompetenz des Rheinischen Merkur unter gewandelten Bedingungen des Medienmarktes zu sichern". Wie viele der aktuell 47 Angestellten des Verlages weiterbeschäftigt werden können, ist nach Angaben eines Sprechers noch offen. Die Bischöfe dankten dem Mitarbeitern und bescheinigten dem Blatt ein "großes Renommee" sowohl im säkularen als auch kirchlichen Raum.

Die Abonnenten sollen ab "spätestens" 1. Januar 2011 die "Zeit'" mit einer sechsseitigen Beilage erhalten. Begründet wurde der Schritt mit dem erheblichen Zuschussvolumen der Gesellschafter und der gesunkenen Abonnentenzahl. Somit sei man gezwungen gewesen, die "ökonomische Balance" zu halten und "auf besonders zuschussträchtige Engagements" zu verzichten.

Mit dem Schritt ziehe sich die Kirche nicht aus dem gesellschaftlichen Diskurs und der Publizistik zurück, hieß es weiter. Vielmehr sei unter anderem ein Ausbau des bisherigen Internet-Engagements sowie die Stärkung der katholischen Nachrichtenagentur (KNA) geplant.

Der Chefredakteur des "Rheinischen Merkur", Michael Rutz, hat die Pläne scharf kritisiert. Das Blatt sei das mediale Flaggschiff der Kirche gewesen, sagte er im Deutschlandradio Kultur. Die Zeitung sei das Forum, in dem wichtige Debatten geführt würden. "Insofern wird der "Rheinische Merkur' an dieser Stelle auch nicht ersetzbar sein", fügte Rutz hinzu.

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