„Workplace by Facebook“
Daumen hoch für die Kollegen!

Facebook will die E-Mail abschaffen: Der Internetkonzern hat mit „Workplace by Facebook“ einen neuen Dienst entwickelt, in dem Unternehmen die Bürokommunikation bündeln können. Allerdings nicht zum Nulltarif.
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DüsseldorfEin neuer Kunde in Frankreich? Den Kollegen gefällt das. Welche Speisen soll es auf der Firmenfeier geben? Eine Umfrage gibt Aufschluss. Und wie sieht es eigentlich in den Büros in Indien aus? Ein paar Smartphone-Schnappschüsse vermitteln einen Eindruck.

Geht es nach Facebook, sieht so bald die Kommunikation in zahlreichen Unternehmen aus: Der Konzern hat eine Plattform für Unternehmen entwickelt, die Austausch und Zusammenarbeit erleichtern soll. Nach einer geschlossenen Testphase wird „Workplace by Facebook“ – vormals „Facebook at Work“ – ab dem heutigen Montag kommerziell vermarktet. 1000 Organisationen verwendeten den Dienst bereits, erklärte das Unternehmen in einem Blogeintrag.

Wenn es um Babyfotos, Erzählungen von Fernreisen oder Diskussionen über Politik und Promis geht, ist Facebook für viele Menschen die wichtigste Plattform. Dieses Prinzip will das soziale Netzwerk nun von der privaten in die berufliche Welt übertragen. „Organisationen sind schlagkräftiger und produktiver, wenn alle zusammenkommen“, erklärte der Konzern.

Das soll mit „Workplace by Facebook“ besser gehen als mit E-Mails. Nutzer können ihren Kollegen Nachrichten schicken, mit ihnen Videos oder Bilder teilen, in Gruppen diskutieren, Veranstaltungen organisieren und über den Dienst telefonieren. Eine Übersicht der Funktionen bietet das Unternehmen online.

Wichtig: All das soll auch auf mobilen Geräten gut funktionieren. „Workplace füllt eine Lücke im Markt – für Leute, die nicht in Büros und an Schreibtischen arbeiten“, ist Facebook überzeugt. Das gelte für Mitarbeiter im Einzelhandel, Schiffsbesatzungen oder Baristas. „Unser Produkt ist mobil.“

Trotz aller Parallelen zum Freundesnetzwerk: Das Facebook für Firmen wird komplett separat betrieben. Vertrauliche Informationen sollen nicht versehentlich in den privaten Freundeskreis gelangen. Zudem gehören die Daten den Unternehmen, wie Facebook betont. Diese andere Ausrichtung lässt sich auch an der Farbe festmachen: An die Stelle des leuchtenden Blaus in der Navigationsleiste tritt ein dezentes Grau.

Facebook verspricht, damit die Kommunikation in der Firma zu erleichtern. Der Berater Thomas Hutter hat mit dem Dienst in seiner Firma bereits positive Erfahrungen gesammelt. „Ich finde es spannend für Unternehmen, die sehr vielschichtige Mitarbeitergruppen haben“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer der Hutter Consult GmbH. Das gelte etwa, wenn Mitarbeiter an verschiedenen Standorten tätig sind, oder nicht im Büro arbeiten. „Produktionsmitarbeiter informieren sich bislang üblicherweise über schwarze Bretter – aber ein Smartphone haben alle.“ Der Dienst könne daher „die Kommunikation im Unternehmen stark verändern“, ist Hutter überzeugt.

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