WWE Network startet in Deutschland
Das Netflix für Wrestling-Fans

Gute Nachrichten für Wrestling-Fans: Das Videoportal WWE Network geht in Januar auch in Deutschland auf Sendung. Für weniger als 10 Euro im Monat gibt es Spitzenevents wie „Wrestlemania“ und Wrestling-Klassiker satt.

BerlinGewandet in einen bodenlangen Mantel, auf dem Kopf ein Hut mit breiter Krempe blickt der „Undertaker“ düster von der Website des Online-Videoportals Maxdome, das zum TV-Konzern Pro Sieben Sat 1 gehört. Mit dem Finsterling wirbt die Plattform für das Wrestling Großevent „Survivor Series“, das dort zum Preis von 19,99 Euro in der Nacht vom 22. zum 23. November „live und exklusiv“ zu sehen sein wird. Mit der Exklusivität ist es jedoch bald vorbei. Denn der Vertrag von Maxdome mit der Word Wrestling Entertainment (WWE) läuft zum Jahresende aus und wird in der bisherigen Form nicht verlängert.

Denn am 5. Januar 2016 startet die börsennotierte Wrestling-Firma auch in Deutschland ihr Online-Videoportal WWE Network, das es in den USA bereits seit Februar 2014 gibt und das mittlerweile weltweit auf 1,23 Millionen Abonnenten kommt. Das Portal ist ein Netflix für Wrestling-Fans. Für 9,99 Dollar im Monat, so viel wird das WWE Network auch hierzulande kosten, gibt es Megaevents wie „Wrestlemania“, „Royal Rumble“ oder eben die „Survivor Series“, Serien aus dem Ringermilieu („Breaking Ground“) sowie 4000 Stunden Programm aus dem Archiv, das aus Aufzeichnungen von Kämpfen der letzten 30 Jahre besteht.

Deutschland, wohin die WWE ihr Programm seit 1989 verkauft, „ist sehr wichtig für uns“, sagt der Finanzvorstand der Wrestling-Firma, George Barrios, dem Handelsblatt. Seit zwei Jahren ist die WWE mit einem eigenen Büro in München präsent, das der ehemalige Ufa-Manager Stefan Kastenmüller leitet. Mit seiner Amtsübernahme richtete die WWE, die sich vor allem als Medienkonzern versteht, ihre TV-Strategie in Deutschland neu aus. Waren ihre Kämpfe, Kastenmüller spricht lieber von „Liveevents“, bis dahin nur beim Pay-TV-Sender Sky zu sehen, laufen die Kampfserien „Raw“ und „Smack Down“ seit April 2014 bei Tele 5 beziehungsweise bei Pro Sieben Maxx.

Beide Serien münden einmal im Monat in Megaevents wie „Wrestlemania“. Für Barrios sind sie so etwas wie die „Play-offs“ des Wrestlings. Sie sind in Deutschland bisher als Pay-per-View-Programme bei Maxdome zu sehen. Der WWE-Finanzchef sagt, in den USA habe sein Unternehmen das Geschäftsfeld Pay-per-View erfunden. 1987 sei dort „Wrestlemania“ erstmals als kostenpflichtige Abrufsendung zu sehen gewesen.

Doch mit der Einführung des WWE Network ändert Barrios’ Firma ihre Strategie. Die Megaevents laufen im Original mit amerikanischen Kommentatoren, die bei den Fans offenbar sehr beliebt sind, nur noch auf der Online-Videoplattform zum Pauschalpreis von 9,99 Dollar. In 175 Ländern ist die Plattform bereits gestartet. Dass sie im wichtigen deutschen Markt vergleichsweise spät kommt, liegt daran, dass der Vertrag mit Maxdome erst Ende des Jahres ausläuft. So wie es aussieht, bleibt die Plattform aus dem Hause Pro Sieben Sat 1 mit der WWE aber im Geschäft. Sie wird wohl eine von Deutschen moderierte Fassung der Megaevents anbieten. „Wir wollen auch weiterhin auf anderen Plattformen vertreten sein“, sagt Barrios und grenzt sich explizit von Netflix ab, das seine Originalprogramme nur auf der eigenen Plattform zeigt.

Die Wrestling-Firma versteht sich als Innovationstreiber. Barrios ist stolz darauf, dass sein Unternehmen vor Mediengrößen wie HBO, CBS und Disney mit einer Online-Videoplattform am Markt war. Langfristig strebt er für das WWE Network „drei bis vier Millionen Abonnenten“ an. Schon jetzt sei die Plattform mit 140 Millionen Dollar Umsatz und 40 Millionen Dollar Gewinn die am schnellsten wachsende Sparte der WWE. Die American-Football-Liga NFL soll sich für das Modell interessieren. Und womöglich ist es auch was für die deutsche DFL, die kürzlich Ex-Maxdome-Chef Andreas Heyden engagierte.

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