Xbox jagt die Playstation

Was Microsoft von Super-Mario lernen will

Lara Croft und PS sollen helfen: Die Xbox One verkauft sich deutlich schlechter als die Playstation 4. Microsoft will die Käufer mit exklusiven Spielen überzeugen – und guckt sich ein Rezept von Nintendo ab.
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Microsoft nimmt sich bei seiner Xbox-Strategie den „Super Mario“-Hersteller Nintendo zum Vorbild. Quelle: Reuters
Spiele-Fans auf der Gamescom in Köln

Microsoft nimmt sich bei seiner Xbox-Strategie den „Super Mario“-Hersteller Nintendo zum Vorbild.

(Foto: Reuters)

KölnEs ist wohl der Satz, der an diesem Abend am häufigsten durch die Boxen dröhnt: „Xbox exclusive“. Als Microsoft an diesem Dienstag auf der Gamescom in Köln das aktuelle Programm vorstellt, rückt der Software-Konzern seine eigenen Titel in den Vordergrund. Eine neue Folge des futuristischen Kriegsspiels „Halo“, die Fortsetzung des Autorennens „Forza“, ein weiteres Abenteuer mit der Archäologin Lara Croft aus „Tomb Raider“: All das gibt es nur auf der Xbox One. Über Bestseller wie „Call of Duty“ verlieren die Macher dieses Mal dagegen kein Wort.

Das ist kein Zufall. „Wenn wir Verbraucher fragen, warum sie die eine Konsole der anderen vorziehen, ist der Preis natürlich wichtig“, erklärt Xbox-Chef Phil Spencer dem Handelsblatt, als der Lärm der Spielevideos verklungen ist. „Aber der wichtigste Grund ist das Angebot an exklusiven Spielen.“ Nintendo mache das mit seinen vielen bekannten Marken vor: Super-Mario & Co. helfen dabei, auch die Hardware des japanischen Konzerns zu verkaufen. Die Titel von anderen Entwicklern seien natürlich wichtig, betont Spencer – aber die gebe es auch für die Playstation 4 vom Konkurrenten Sony.

Eine weitere Neuerung richtet sich nicht nur an die Spieler, sondern auch deren Familienangehörige: Die Xbox One wird nach einem bald geplanten, kostenlosen Software-Update zum Videorekorder. Nutzer können im Hintergrund eine Sendung aufnehmen, auch wenn sie einen anderen Kanal anschauen. Microsoft will den Fans möglichst viele Gründe bieten, ihre 350 Euro aufwärts in die Xbox zu investieren.

Gamescom-Highlights in Bildern
Gamescom-Trend VR-Brillen
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Virtuelle Realität (VR) ist eines der großen Themen der diesjährigen Computerspielemesse Gamescom (Publikumstage: 6. bis 9. August). Viele Spiele der Zukunft - so viel ist klar - werden sich nicht mehr damit begnügen, über einen flachen Bildschirm ein Fenster in fantastische Welten zu sein. Nein, die Zukunft heißt „Immersion” - das vollständige Eintauchen in die Spielwelt. Die Brille «Oculus Rift» beispielsweise überträgt in Echtzeit die Bewegungen der Blickrichtung in das Spiel.

Der Virtual-Reality-Weltraumkampfsimualtor «Eve Valkyrie» lässt sich auf der Gamescom ausprobieren.
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Bald kann man beim Zocken auch sehen, was in der Spielwelt über, unter oder hinter einem passiert. Man muss nur den Kopf drehen. Zahlreiche Entwickler und Publisher wie Crytek, Ubisoft, CCP oder Sony zeigen in Köln immer ausgefallenere und detailliertere Spiele für VR-Brillen wie Oculus Rift, Sony Morpheus oder HTC Vive.

Bis die ersten Brillen auf den Markt kommen, dauert es allerdings noch ein wenig. Im Frühjahr 2016 soll es bei Oculus so weit sein. Viele Entwickler stehen mit auf die virtuelle Realität zugeschnittenen Spielen schon in den Startlöchern - über Preise, Systemanforderungen oder genaue Erscheinungsdaten schweigt man aber beharrlich.

X-Rocker nennt sich dieser Gamer-Sessel mit Vibration und Sound.
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Doch Immersion funktioniert auch auf andere Art. Etwa beim englischen Hersteller X-Rocker, der Sessel für Computerspiele und Filmfans baut. Hier stecken Vibrationsmotoren und Surround-Lautsprecher in Sitzfläche und Lehne. Rauscht der Wagen beim Autorennspiel in die Leitplanke, gibt es spürbare Stöße in den Rücken und Raumklang um die Ohren. Man stelle sich das in Verbindung mit einer VR-Brille vor.

«Gunjack» mit VR-Brille testen
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CCP Games schickt Freunde von Weltraumshootern gleich zweifach mit der Virtual-Reality-Brille ins Weltall. Neben dem VR-Weltraumkampfsimulator „Eve Valkyrie” haben die Enwtickler „Gunjack” fürs Smartphone vorgestellt. Den Weltraumshooter können Messebesucher in Köln bereits antesten - mit dem Smartphone Galaxy S6, das in Samsungs VR-Brille Gear VR steckt.

Morpheus von Sony ist bei weitem nicht die einzige VR-Brille auf der Gamescom.
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Die Brillen mit kleinen Bildschirmen sind in diesem Jahr die Stars der Messe. Der Andrang an den Ständen ist groß, viele Besucher wollen ausprobieren, was als der nächste große Gaming-Trend gehandelt wird.

Es darf wieder geschlichen und gemeuchelt werden:
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Aber auch abseits von VR gibt es viel zu entdecken. Zwar sind wirklich spektakuläre Neuankündigungen in diesem Jahr rar. Viele große Titel wurden bereits vor einigen Wochen zur Messe E3 in Los Angeles vorgestellt. Doch in Köln gibt es neue Details zu sehen, frische Spielszenen und vor allem die Möglichkeit, die Spiele von morgen schon einmal Monate vor allen anderen auszuprobieren. Bereits am Tag vor der offiziellen Eröffnung der Messe bildeten sich an den Ständen lange Schlangen. Für ein Probespiel von Ubisofts „Assassin’s Creed Syndicate” steht man schnell eine Stunde an, für die Aufbausimulation „Anno 2205” mindestens 30 Minuten.

Blizzards neuer «World of Warcraft»-Teil zieht viele Spieler an, die direkt am Stand gegeneinander antreten wollen.
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Die Messe ist auch ein wichtiger Treffpunkt für Gamer aus Deutschland und dem nahen Ausland. Besonders beliebt sind die großen Anspielstationen, an denen neue Multiplayerspiele direkt vor Ort gegen andere Spieler getestet werden können - etwa bei Blizzard, wo die neuesten Fortsetzungen zu „World of Warcraft” oder „Starcraft II” anspielbar sind. Auch das jüngst erschienene „Heroes of the Storm” lockt Besucher an die Bildschirme, genau wie das neue „Guitar Hero”, das im Oktober erscheinen soll.

Bisher läuft es oft andersrum: Seit die neue Konsolengeneration 2013 auf den Markt gekommen ist, hat sich die Mehrzahl der Spieler für das Konkurrenzsystem Playstation 4 entschieden. 25 Millionen Geräte konnte Sony an den Handel absetzen. Microsoft nennt keine aktuellen Zahlen, liegt aber Brancheninformationen zufolge deutlich dahinter – in Deutschland liegt das Verhältnis demnach sogar fast bei 5:1.

Microsoft-Konkurrent Sony verzichtet in diesem Jahr auf eine lautstarke Pressekonferenz. Die amerikanische Spielemesse E3 sei noch nicht lange vorbei, es gebe daher noch nicht so viele Weiterentwicklungen, sagt Uwe Bassendowski, Deutschland-Chef der Playstation-Sparte. Allerdings mietet der japanische Konzern mehr Fläche als je zuvor: Auf 3500 Quadratmetern hat er riesige Stände für Titel wie das Abenteuer „Uncharted“ oder das Musikspiel „Guitar Hero“ aufgebaut.

Auch Software-Entwickler setzen auf neue Konsolen
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