Xiaomi, Huawei, Oppo

Diese Geräte sind Apples China-Problem

China macht ein Viertel der Umsätze von Apple aus. Doch das Geschäft dort entwickelt sich nicht so wie erhofft. Heimische Hersteller gewinnen gegenüber dem iPhone an Boden – ihre Geräte sind einfach zu gut.
Die chinesische Konkurrenz kann mittlerweile gegenüber Apple punkten. Quelle: Reuters
Huawei-Smartphone

Die chinesische Konkurrenz kann mittlerweile gegenüber Apple punkten.

(Foto: Reuters)

PekingFür Nie Miao aus Peking sind 5000 Yuan, umgerechnet 680 Euro, für ein neues iPhone 6S von Apple „einfach keine Option“. Er nutzt das Geld lieber, um seine Eigentumswohnung abzubezahlen. Darüber hinaus ist er sehr zufrieden mit seinem 2000-Yuan-Gerät von Huawei.

Der 29-Jährige ist ein gutes Beispiel für die Herausforderungen von Apple in China. In dem Land hatte der US-Technologieriese zuletzt Boden an lokale Hersteller verloren. Rivalen wie Huawei und Xiaomi entwickeln billigere Smartphones, die eine ähnliche Ausstattung wie das iPhone bieten. Dabei steht China hinter rund einem Viertel der Umsätze von Apple. Die langsameren Geschäfte dort dürften ihre Spuren in der Bilanz des Unternehmens hinterlassen.

Huawei hatte in den drei Monaten bis Mai jedes vierte neue Handy in China verkauft. Das Unternehmen ist nun der größte Hersteller nach Marktanteil in städtischen Gebieten, wie aus einer in diesem Monat veröffentlichten Studie der Kantar Group hervorgeht. Der Marktanteil von Guangdong Oppo vervierfachte sich den Daten zufolge auf acht Prozent.

„Das liegt an den billigeren Handys, die jetzt gut genug werden“, sagt Abhey Lamba von Mizuho Securities. „Apple hat sich gut am oberen Ende geschlagen. Doch es gibt nicht viel mehr Wachstum am oberen Ende des Marktes.“ Das billigere iPhone SE, das Apple seit März verkauft, war teils darauf gerichtet, neue Kunden in Schwellenländern wie China anzulocken. Bislang konnte das Gerät diese Erwartungen nicht erfüllen, berichtet Lamba.

Der einbrechende Umsatz in China beendete im März die 51 Quartale währende Wachstumsstrecke von Apple in China. Analysten erwarten, dass der Umsatzrückgang auch während der drei Monate von April bis Ende Juni weitergegangen ist. Konzernchef Tim Cook wird den Rückgang offenlegen, wenn er am heutigen Dienstag das Quartalsergebnis vorstellt.

Das taugen preiswerte Smartphones
Archos 50 Censium
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Für 115 Euro ist das das Android-Phone Archos 50 Censium zu haben und zählt damit zu den günstigeren Smartphones im niedrigen Preissegment. Im c't-Test punktet es vor allem beim Display: Es ist scharf und mit fast 500 sehr hell. Zudem fällt die Akkulaufzeit von bis zu 1,5 Tagen positiv auf. Dafür ist das Laden an sich nur mit einem passenden Kabel möglich - der Micro-USB Anschluss liegt so tief im Gehäuse, dass konventionelle USB-Kabel neben dem mitgelieferten nicht funktionieren. Auch das Betriebssystem Windows 10 Mobile läuft auf dem Gerät nicht einwandfrei. Es ist träge und reagiert nur schleppend auf Scroll-Gesten.

Ein richtiges Manko dürfte für die meisten User der schlechte WLAN-Empfang sein. Die Datenübertragung geht langsam vonstatten. Die Kamera reicht für Schnappschüsse, neigt aber zum Rotstich.

Huawei Y6
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Wo das Archos 50 Censium schwächelt, kann das Huawei Y6 punkten: die LTE-Verbindung ist dank Dual-SIM-Technologie auf zwei Nummern verfügbar und läuft schnell. Auch die Performance des Systems ist zügig, das Modell ist mit Snapdragon 210 und einem Arbeitsspeicher von 2 Gigabyte RAM ausgestattet. Das Betriebssystem Android 5.1 ist vorinstalliert. Laut c't-Testbericht wirkt die Oberfläche unnötig umständlich und Apps und Spiele haben an dem geringen internen Speicher zu knabbern. Dafür sind zusätzliche Funktionen vorhanden, unter anderem ist eine umfangreiche Rechteverwaltung möglich.

Vergleichsweise schlecht schneidet das chinesische Modell dafür beim Display ab: Es ist das dunkelste und kontrastärmste unter den günstigen. Für eine scharfe und detaillierte Darstellung von Bildern und Webseiten im Schatten reicht es jedoch. Punktabzüge gibt es auch bei der Kamera. Sie ist selbst für Schnappschüsse keine gute Wahl. Dunkle Flächen rauschen, helle Bereiche überstrahlen, und Details werden oft nicht realgetreu dargestellt. Zudem stören leichte Verzerrungen den Eindruck.

Smartphone-User, die ihr Handy hauptsächlich zum Surfen nutzen und auf eine gute Gesamtperformance setzen, sind mit dem Android-Phone für 130 Euro gut beraten. Fotoliebhaber sollten sich nach einer Alternative umsehen.

LG Bello 2
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Für den gleichen Preis (120 Euro) ist das LG Bello 2 auf dem Markt erhältlich. Im Test von c't schneidet es nicht besonders gut ab. Das liegt vor allem an der schwachen Display-Leistung und der kurzen Akku-Laufzeit.

Das 5-Zoll-Display ist niedrig aufgelöst und blass. Auf Webseiten muss der Text ziemlich groß ausfallen, damit er ohne Mühen lesbar ist. Der geringe Farbraum und die schlechte Blickwinkelstabilität stören besonders bei Videos und Spielen. Auch der Akku hält - je nach Benutzung - nur zwischen sechs und neun Stunden, was laut Computerexperten Czerulla und Spier besonders aufgrund der Tatsache enttäuschend ist, dass es sich um einen der größten Akkus handelt. Auch in anderen Funktionsbereichen wirkt da Smartphone veraltet - wird es doch standardgemäß mit den zwei Jahren alten Betriebssystem Android 5.0 geliefert, auf dem lediglich ein Dateimanager und eine Radio-App vorinstalliert sind.

Überzeugen kann es jedoch in Puncto Sprachqualität und Design. Breite Gehäuseseiten sorgen dafür, dass das Handy gut in der Hand liegt, das mitgelieferte Headset sorgt für bessere Klangqualität.

Microsoft Lumia 550
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Für unter 100 Euro ist das Lumia 550 von Microsoft nicht nur das mit Abstand günstigste Smartphone im Vergleich - es schneidet im Test auch mit am besten ab. Ausgestattet mit einem HD-Display, einem Quad-Core-Prozessor und LTE kann es mit teureren Smartphones mithalten. Zudem überzeugt die Sprachqualität beim Telefonieren, in dem Test schnitt das Modell Lumia 550 von Microsoft am besten ab. Auch die Akku-Laufzeit ist mit durchschnittlich 11 Stunden bei hoher Surffrequenz im WLAN-Netz vergleichsweise hoch. Der einzige Nachteil: Bei dem kleinen Netzteil müssen Nutzer sich auf längere Ladezeiten als bei anderen Smartphones einstellen. Das Display überzeugt mit einem guten Kontrast, sehr hellen Farben und einem erweiterten Farbraum, was laut c't-Experten in dieser günstigen Preisklasse selten vorkommt. Lediglich bei der Größe des Bildschirms müssen User Abstriche machen: Das Display ist mit 4,7 Zoll vergleichsweise klein. Außerdem läuft das mobile Betriebssystem von Windows 10 flüssiger als auf dem Archos Cesium und die Kamera macht gute Schnappschüsse.

Für wenig Budget bringt das Microsoft Lumia 550 also alles mit, was Nutzer brauchen, die mit ihrem Smartphone hauptsächlich surfen und telefonieren wollen.

Wiko Pulp
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Spiele- und App-Liebhaber kommen mit dem Wiko Pulp auf ihre Kosten: Mit 16 Gigabyte ist der interne Speicher besonders groß. Apps brauchen für den Start zwar ein bis zwei Sekunden, die Bedienung gestaltet sich jedoch aufgrund eines Mehrkernprozessors besonders flüssig. Überzeugen konnte das Smartphone des französischen Herstellers zusätzlich durch die Display-, Kamera- und Akkuleistung. Die Fotos profitieren von der hohen Auflösung, denn die Kamera lichtet mehr Details ab als die Konkurrenten. Bildrauschen und Filterartefakte fallen nicht auf, solange auf Zoomen verzichtet wird. Auch Verfechter des Telefonierens werden an dem Smartphone von Wiko Freude haben. Die Stimmen beider Gesprächspartner kommen klar und deutlich auf der anderen Seite an.

ZTE Blade L6
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Mit einem Kaufpreis von 130 Euro bewegt sich das Blade L6 von ZTE im Mittelfeld der günstigen Smartphones. Überzeugen kann es im c't-Test vor allem durch schickes, kompaktes Design und ein leistungsstarkes Display. Aufgrund des abgerundeten Displays und einem Eigengewicht von gerade einmal 120 Gramm liegt es besonders gut in der Hand. Die beiden Kameras lösen zwar höher auf als versprochen, doch deutliche Artefakte und unscharfe Details trüben die Fotoqualität. Die Android-Oberfläche des mobilen Betriebssystems 5.1 wurde optisch verändert, was zum Beispiel eine eigene Rechteverwaltung ermöglicht, um den Sicherheitsstandard zu erhöhen.

Ein Manko stellt der Akku dar: Nicht nur seine Laufzeit ist vergleichsweise gering, er ist zudem auch nicht austauschbar. Auch der interne Speicher ist mit einer Kapazität von 8 Gigabyte nicht besonders groß- bei der üppig vorinstallierten Software geht er schnell aus.

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7 von 7

Der detaillierte Test ist in Ausgabe 8/2016 des c't magazins erschienen. Hier geht es zum Artikel.

Apple wird es möglicherweise gelingen, die Verkäufe in China anzutreiben, wenn es das neueste iPhone später in diesem Jahr vorstellt – nicht zuletzt dank der Popularität des App Stores und der Tendenz von Kunden, sich alle zwei Jahre ein aktuelles Gerät zuzulegen. Das ist einer der Gründe, warum die heimischen Konkurrenten Huawei und Oppo ihre Flaggschiff-Geräte schon früher in diesem Jahr in die Läden gebracht haben – um Apple gegenüber einen Vorsprung zu haben.

Wandel auf dem Markt macht sich bemerkbar
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