Xing-Chef Vollmoeller: „Von Anfang an mobil denken“

Xing-Chef Vollmoeller
„Von Anfang an mobil denken“

Xing macht mobil: Das soziale Netzwerk baut sein Angebot für Smartphones und Tablets aus. „Das mobile Geschäft ist für uns eine Riesenchance“, sagt Xing-Chef Vollmoeller. Künftig sollen sich die Apps besser anfühlen.
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Bald besucht die Hälfte die Xing-Nutzer das soziale Netzwerk mit Smartphones oder Tablet-Computern. Das Hamburger Unternehmen steuert deswegen um: Mehr Entwickler sollen sich um iPhone und Co kümmern, eine separate App für Jobsuchende ist angedacht. „Es ist ganz wichtig, von Anfang an mobil zu denken“, sagt Vorstandschef Thomas Vollmoeller im Telefoninterview mit Handelsblatt Online.

Herr Vollmoeller, 2014 soll für Xing das Jahr der „mobilen Transformation“ werden. Haben Sie den Anschluss verpasst?
Nein. Aber wir sind dabei, unsere mobilen Aktivitäten deutlich nachzujustieren und auszubauen. Wir wollen jetzt einiges dafür tun, dass unsere Apps sich noch besser anfühlen. Das mobile Geschäft ist für uns ja eine Riesenchance: Wenn man netzwerken ernst meint, wollen sich die Menschen ja am Ende treffen. Da kann Xing helfen.

Bei Facebook gilt das Motto „mobile first“ – demnächst auch bei Xing?
Es ist ganz wichtig, von Anfang an bei der Produktentwicklung mobil zu denken. Allerdings heißt das nicht, das man automatisch alle Funktionen und Features auch mobil bauen muss. Es kommt auf den Anwendungsbereich an: Die Personalsuche läuft meist vom Desktop aus. Eine Funktion wie Xing Events, mit der man sich bei Veranstaltungen vernetzt, ist in erster Linie eine mobile Anwendung. Auch die Jobsuche sollte auf dem Smartphone funktionieren – dann kann man sich schon auf dem Weg zur Arbeit in der U-Bahn Stellenangebote ansehen.

Sie haben für Xing Events eine separate App herausgebracht. Gibt es auf dem Smartphone künftig viele Xings?

Es ist denkbar, dass wir auch für andere Bereiche separate Apps herausbringen, zum Beispiel für die Jobsuche. Wir stehen bei allen Angeboten vor der Frage: Wollen wir Features in unsere zentrale Anwendung einbauen – oder koppeln wir welche aus? Wenn man in die Tiefe geht, wird eine App sehr komplex. In Xing Events wollen wir zum Beispiel für Messen Hallenpläne integrieren.

Wie viele Mitarbeiter sind mit den mobilen Produkten beschäftigt?
In Summe haben wir rund 150 Entwickler, davon waren bislang nur rund zehn Prozent für die mobilen Geräte zuständig, da wir viel mit externen Ressourcen gearbeitet haben. Wir werden aber jetzt sowohl die internen wie die externen Kräfte deutlich ausbauen, derzeit schulen wir selbst Mitarbeiter um.

40 Prozent der Nutzung kommt bereits von Smartphone und Tablet. Wann liegen sie vor dem PC?
Es würde mich nicht wundern, wenn wir Ende des Jahres die 50 Prozent geknackt haben.

Sie haben in den deutschsprachigen Ländern 7 Millionen Nutzer. Müssen Sie ins Ausland expandieren, um weiter zu wachsen?
Nein, wenn man die Marktdurchdringung von Karrierenetzwerken in anderen Ländern auf uns überträgt, sind durchaus 20 Millionen Nutzer möglich. Da ist noch viel Potenzial. Das Wachstum hat sich im vergangenen Jahr sogar noch gesteigert.

In Deutschland holt der US-Konkurrent LinkedIn allerdings auf, gerade bei Menschen mit internationalen Kontakten. Machen Sie sich Sorgen?
Wir sind hier mit Abstand Marktführer. Wer nur internationale Kontakte hat, für den macht ein amerikanischer Anbieter durchaus Sinn. Aber ein globales Produkt muss den kleinsten gemeinsamen Nenner finden. Ein Netzwerk, das die lokalen Gegebenheiten kennt ist deutlich näher an den Menschen dran. Wir wissen zum Beispiel besser, wie die Gruppen funktionieren. Auch das Recruiting ist ein sehr nationales Geschäft. Wenn Amerikaner in Deutschland Personal suchen, nutzen die daher in der Regel Xing.

Wollen Sie selbst internationaler werden?
Wir werden uns in den nächsten Jahren auf Deutschland, Österreich und die Schweiz konzentrieren. Wir haben da noch unglaublich viel Potenzial, das reicht erstmal aus.

Herr Vollmoeller, vielen Dank für das Gespräch!

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