Xing-Chef Vollmoeller
„Wir können 25 Millionen Mitglieder erreichen“

Das Karriere-Netzwerk Xing legt weiter kräftig zu. Im ersten Halbjahr meldeten sich fast 900.000 neue Mitglieder an. Dass Microsoft nun LinkedIn übernehmen will, macht Vorstandschef Thomas Vollmoeller nichts aus.

HamburgDer Arbeitsmarkt in Deutschland brummt – und wenn in den nächsten Jahren die Babyboomer-Generation in Rente geht, wird der Wettbewerb um die Fachkräfte noch härter. Davon profitiert das Karrierenetzwerk Xing: Die Burda-Tochter steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr um 21 Prozent auf 70,5 Millionen Euro, den Gewinn um 34 Prozent auf knapp zwölf Millionen Euro. Dabei spielte das E-Recruiting, also die Personalsuche im Netz, mit einem Plus von 30 Prozent eine wichtige Rolle. Es sei „eine der großen Wachstumssäulen der Firma“, sagte Xing-Chef Thomas Vollmoeller dem Handelsblatt.

Xing ist eine Kontaktbörse für Geschäftsleute. Während die Mitgliedschaft an sich kostenlos ist, verlangt das Unternehmen für bestimmte Premiumfunktionen eine monatliche Gebühr von mindestens sieben Euro. Mit einem Umsatz von 37,3 Millionen Euro im ersten Halbjahr ist das immer noch das größte Segment von Xing.

Ein wichtiges Signal an die Investoren: Das Netzwerk wächst. Fast 900.000 Nutzer sind seit Jahresanfang dazugestoßen. Im deutschsprachigen Raum sind nun 10,5 Millionen Menschen angemeldet, von denen mehr als 900.000 für die Premiummitgliedschaft zahlen.

Vollmoeller sieht weiter Potenzial: „Bei beruflich genutzten Netzwerken liegt die Penetration beispielsweise in den USA etwa bei 20 bis 25 Prozent“ – das gilt beispielsweise für LinkedIn, das Microsoft übernehmen will. „Das können wir im deutschsprachigen Markt auch schaffen und eine Größenordnung von 20 bis 25 Millionen Mitgliedern erreichen.“ Das TecDax-Unternehmen konzentriert sich auf Deutschland, Österreich und die Schweiz.

In den letzten Jahren hat Xing das Firmenkundengeschäft stark ausgebaut, gerade das E-Recruiting. So kündigte das Unternehmen im April die Übernahme von Eqipia an, einer Spezialsuchmaschine für die Personalanwerbung. Der Umsatz der Sparte legte seit Januar um 29 Prozent auf 25,3 Millionen Euro zu. Das Segment „Advertising & Events“, das Werbung und Veranstaltungen bündelt, wuchs um 11 Prozent auf 6,1 Millionen Euro.

Weitere Übernahmen sind angesichts einer Kreditlinie von 20 Millionen Euro möglich. Xing werde weiter ins E-Recruiting investieren, sagte Vollmoeller. „Das kann heißen, dass wir selbst Produkte entwickeln oder uns für eine entsprechende Akquisition entscheiden.“ Bei Übernahmen sei immer die Maßgabe, ein Produkt schnell auf den Markt zu bringen. „Wichtig ist uns eine gute Idee, die wir selbst noch größer machen können.“ In der Vergangenheit habe der Rahmen zwischen fünf und zehn Millionen Euro gelegen.

Dass Konkurrent LinkedIn mit Microsoft einen finanzstarken neuen Eigentümer bekommen soll, macht Vollmoeller keine Bange. Im Gegenteil: „Für Microsoft ist das ein guter Deal. Für uns ist das aber auch eine gute Nachricht, weil sich ein Hauptwettbewerber in eine andere Richtung bewegt als wir.“ Es deute alles darauf hin, „dass der Fokus auf einem verbesserten Vertriebsprodukt von Microsoft liegt“.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%