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Xing, Facebook, Twitter: Gefahr aus dem sozialen Netzwerk

Soziale Netzwerke boomen im Internet. Immer häufiger nutzen junge Mitarbeiter die Webdienste auch im Beruf. Doch damit sind Risiken verbunden, auf welche die meisten Unternehmen noch keine Antwort gefunden haben.

von Christian Müßgens
Nutzer bei Facebook: Nachwuchskräfte tun sich schwer mit Sicherheitsregeln. Quelle: dpa
Nutzer bei Facebook: Nachwuchskräfte tun sich schwer mit Sicherheitsregeln. Quelle: dpa

Junge Mitarbeiter werden zum Risiko für die IT-Sicherheit von Firmen. Sie chatten, twittern und plaudern in Foren – und kümmern sich längst nicht immer darum, ob sie dabei gegen Sicherheitsregeln verstoßen, die ihr Arbeitgeber aufgestellt hat.

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Das hat eine Studie von Accenture ergeben. Die Beratungsgesellschaft hat rund 6000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 27 Jahren zu ihrer Nutzung von Webdiensten befragt. Das Ergebnis: Rund die Hälfte aller Befragten, die bereits einen Job haben, nutzt soziale Netzwerke wie Xing und Facebook am Arbeitsplatz, etwa um mit Kunden in Kontakt zu treten oder um sich mit Kollegen auszutauschen. Ob sie dabei gegen Vorschriften verstoßen, kümmert sie wenig.

„Das Problem wird unterschätzt“, sagt Steffen Salvenmoser von Pricewaterhouse Coopers. Er ist Experte für Wirtschaftskriminalität – und glaubt, dass Firmen sich bisher zu wenig mit Sicherheitslücken befassen, die entstehen, wenn Nachwuchskräfte über Webdienste kommunizieren.

Anders als die Berater von Accenture beobachtet der Experte allerdings, dass junge Mitarbeiter nicht nur gegen Regeln verstoßen, sondern dass in vielen Fällen gar keine Regeln existieren. Eine Untersuchung des Netzwerkspezialisten Palo Alto stützt seine Beobachtung: Demnach hat höchstens jede dritte Firma klare Vorschriften für die Nutzung sozialer Netzwerke aufgestellt. Salvenmoser geht davon aus, dass es noch weitaus weniger sind.

„In vielen Unternehmen gibt es einfach kein Problembewusstsein“, berichtet er. Über Gefahren, die durch neue Anwendungen im Netz entstünden, machten sich Führungskräfte keine Gedanken. Das sollten sie aber tun, glaubt der Experte, denn gerade die jüngeren Kollegen hinterlassen eine große Menge an Informationen im Netz. Konkurrenten könnten die Auskünfte nutzen, um sich über die Aktivität einer Firma zu informieren oder um Schwachstellen im Sicherheitssystem zu finden.

  • 23.03.2010, 18:54 UhrMaurice Morell

    Über solche Artikel wird man sich irgendwann einmal wirklich wundern. Und man wird sich kaputtlachen. Sicher sind verbindliche Social-Web-Policies gut zu haben und gut, wenn sie eigenverantwortlich auch umgesetzt werden. in einem Klima von Angst und Enge können weder Werte geschaffen noch werden davon zukünftig exzellente Mitarbeiter angezogen werden, die dann ihre Arbeit wirklich gut machen. Nämlich motiviert, lebendig und mit Sinn. insofern ist diese Momentaufnahme wirklich grotesk.

  • 23.03.2010, 15:27 UhrThomas Dickert

    Angst, Angst und nochmals Angst. Wir leben in einer Gesellschaft von Misstrauen und einem hohen Sicherheitsbedürfnis. Dies gilt vor allem auch für die mittelständischen Unternehmen. Angst führt zu Starre und zu möglichst vielen Regeln, die das Gefühl von Sicherheit vermitteln sollen. Die Persönlichkeit und die persönliche Entwicklung werden dadurch weit stärker eingeschränkt als die meisten Menschen es fühlen. Leider. Denn würden sie es fühlen, dann würden wohl viel offener sein und damit eine angenehmeres Leben führen. Dies gilt auch für Unternehmen, denn dort arbeiten schließlich Menschen, so einfach es auch klingt. Menschen fühlen sich wohl in einem liebevollen Umfeld von Klarheit, Offenheit und Achtsamkeit. Und wer lässt sich gerne einsperren? Und die Kunden unserer Kunden honorieren diese Veränderung mit guten Kritiken und Weiterempfehlung.
    Thomas Dickert
    Dipl.-Psych.

  • 23.03.2010, 12:20 UhrAtan

    Wieso eigentlich die "jungen Mitarbeiter"? Nach meiner Erfahrung ist der typische Twitter-und-Social-Network-Nutzer Anfang Dreissig - und weiblich.

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