Yahoo
Entzauberung einer Tech-Ikone

Yahoo enttäuscht erneut mit schwachen Zahlen. Chefin Marissa Mayer gelingt es nach wie vor nicht, den strauchelnden Konzern auf Kurs zu bringen. Ihr neuer Plan: ein Pakt mit Google.
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San FranciscoIronie des Schicksals: Yahoo, ein Internetpionier des Silicon Valley, muss für sich trommeln wie ein Newcomer. Seit Wochen schon pflastert Yahoo-Chefin Marissa Mayer ganz San Francisco mit dunkel-lila Plakaten. An den Haltestellen des Nahverkehrs, von Bussen und Kneipen-Wänden leuchtet das Yahoo-Logo.

Geholfen hat die Aktion bislang nichts. Mayer, bei ihrem Antritt vor drei Jahren als Heilsbringerin gefeiert, will den maroden Konzern sanieren, aber inzwischen läuft ihr die Zeit davon. In den letzten zwölf Monaten verlor die Yahoo-Aktie 16 Prozent an Wert. Der Nimbus der Tech-Ikone Mayer schwindet.

Infografik

Marktanteile führender Browser weltweit

bis Januar 2015


( mit der Maus über die Grafik fahren)


Yahoos aktuelle Quartalszahlen belegen den Abwärtstrend. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal nur um 6,8 Prozent zu und blieb damit unter den ohnehin niedrigen Erwartungen der Analysten. Und Besserung ist nicht in Sicht. Für das Schlussquartal 2015 kündigte Yahoo einen Umsatz von zwischen 1,16 und 1,2 Milliarden Dollar an, weniger als die bislang erwarteten 1,33 Milliarden Dollar.

Mayers neueste Idee: eine Partnerschaft mit ihrem Ex-Arbeitgeber. Bei Google bestimmte die 40-Jährige seinerzeit das Design der Hauptseite und der Suche. Yahoo hatte sich bereits 2008 um eine solche Partnerschaft bemüht, um eine Übernahme durch Microsoft zu verhindern, war aber am US-Justizministerium gescheitert.

Im Rahmen der auf drei Jahre angelegten Zusammenarbeit soll Google nun gegen eine Gebühr den Yahoo-Kunden Werbung auf die Bildschirme von Desktop und Smartphone schicken. Auch dieses Mal muss die Behörde zustimmen.

Der Deal soll die Einnahmen von Yahoo steigern, die zuletzt eher mager ausfielen. Im letzten Quartal lag der Gewinn bei 76 Millionen Dollar oder 8 Cent pro Aktie. Vor einem Jahr lag er noch bei 6,77 Milliarden Dollar. Das lag aber vor allem an den Anteilen am chinesischen Online-Unternehmen Alibaba und dessen rund 25 Milliarden Dollar schweren Börsengang im September 2014.

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Platzt der Traum vom Alibaba-Schatz?

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