Yahoo
Neue Chefin, alte Probleme

Für die ehemalige Google-Managerin Marissa Mayer wird ihr neuer Spitzenjob bei Yahoo zu einer Herausforderung: Das Internet-Urgestein steht still. Das zeigen die Zahlen für das zweite Quartal.
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SunnyvaleDie neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer hat ein Unternehmen im Stillstand übernommen. An ihrem ersten Arbeitstag legte der Internetkonzern seine Zahlen für das gerade abgelaufene zweite Quartal vor. Die gute Nachricht: Es geht nicht mehr abwärts. Die schlechte Nachricht: Es geht auch nicht voran.

Der Umsatz stagnierte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu bei 1,2 Milliarden Dollar (1 Mrd. Euro). Der Gewinn fiel um 4 Prozent auf unterm Strich 227 Millionen Dollar, wie Yahoo am späten Dienstag bekanntgab. Das lag an hohen Aufwendungen für den Umbau der Firma, den noch Mayers geschasster Vorgänger Scott Thompson angestoßen hatte. 2000 von vormals 14 000 Arbeitsplätzen fallen weg.

Yahoo macht die starke Konkurrenz von Google und Facebook im Werbegeschäft zu schaffen. Das ist die Haupteinnahmequelle. Die Frage ist nun: Wie will die bisherige Google-Spitzenmanagerin Mayer die schwächelnde Yahoo wieder auf die Beine kriegen? Sie wurde bislang wenig konkret. Auch die Analysten in der Telefonkonferenz zur Zwischenbilanz erfuhren nichts Neues.

„Weil dies Marissas erster Tag ist, wird sie nicht an dieser Telefonkonferenz teilnehmen“, sagte Finanzchef Tim Morse. Die Analysten müssten sich mit ihren Fragen rund um die Strategie noch etwas gedulden. „Ich bin sicher, dass Sie bald von ihr hören werden.“

Yahoo hat schwierige Zeiten hinter sich: Einst stand das Unternehmen als Synonym fürs Internet, doch dann kamen neue Spieler wie Google oder Facebook. Viele Nutzer wandten sich ab, gleiches galt für die Werbekunden. Erschwerend kamen interne Querelen hinzu. Mayer ist der vierte Chef binnen eines Jahres.

Carol Bartz wurde wegen Erfolglosigkeit gefeuert, Scott Thompson stolperte über einen falschen Titel in seinem Lebenslauf. Immerhin schaffte es Thompson, den Abwärtstrend zu stoppen. Zuletzt lagen sowohl die Einnahmen aus grafischen Werbeanzeigen wie auch aus bezahlten Suchtreffern in etwa auf der Höhe des Vorjahreszeitraums. Seit Mai lenkte Spartenchef Ross Levinsohn kommissarisch Yahoo.

Am Dienstagmorgen übernahm die bisher für Googles Kartendienste zuständige Mayer das Ruder. Immerhin konnte sie sich darüber freuen, dass Yahoo die Erwartungen der Analysten für das zweite Quartal übertraf. Nachbörslich stieg die Aktie. Das dürfte der 37-Jährigen den Start in den wohl schwierigsten Job der Internetwelt etwas erleichtern.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Yahoo: Neue Chefin, alte Probleme"

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  • Was?
    227 Mio Gewinn bei 1200 Mio Umsatz. Das macht eine Umsatzrendite von rund 19 %. Das sind zunächst mal erstklassige betriebswirtschaftliche Daten als Ausgangssituation. Dazu ein erstklassiger Markenname und eine technisch Plattform auf der Höhe der Zeit.

    Hey Handelsblatt - woher der Pessimismus. Spielt da etwa das Prinzip der Berichterstattung eine Rolle: 'Nur Schlechte Nachrichten Sind Gute Nachrichten'. Echte Einschätzungen statt Effekthascherei würde einem Handelsblatt mehr Achtung bringen. Ob solche auch mehr Geld bringen, weiß ich leider nicht.

    Bei Yahoo bin ich mir sicher. Mit einer kreativen, tüchtigen Führung ist alles drin. Mit der neuen Cheffin ist alles drin.

  • Na, ob es ausreichend sein wird, eine alte Schachtel etwas aufzuhübschen?
    Möglicherweise sollte man sich doch besser gleich um eine neue Braut bemühen.

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