Yahoo schreibt Verlust
Teures Marketing setzt dem Internet-Pionier zu

Ein Jahr zuvor stand noch ein dicker Gewinn unterm Strich bei Yahoo. Doch im zweiten Quartal 2015 schreibt der Internetkonzern rote Zahlen. Dahinter steckt ein kostspieliger Konkurrenzkampf.
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SunnyvaleDeutlich höhere Marketingausgaben haben dem schwächelnden Internet-Pionier Yahoo rote Zahlen eingebrockt. Im zweiten Quartal rutschte der US-Konzern mit rund 22 Millionen Dollar in die Verlustzone. Vor Jahresfrist hatte noch ein Gewinn von etwa 270 Millionen Dollar in der Bilanz gestanden.

Zuletzt vervierfachte Yahoo im kostspieligen Wettbewerb mit Konkurrenten wie Google und Facebook seine Ausgaben fürs Anlocken von Besuchern auf rund 200 Millionen Dollar. Yahoo-Aktien gaben am Mittwoch vorbörslich zwei Prozent nach.

Nach teuren Zukäufen wie der Blogger-Plattform Tumblr will sich der Konzern wieder stärker auf sein Kerngeschäft Online-Werbung konzentrieren. Dort kämpft Yahoo aber mit schier übermächtigen Gegnern, deren Kassen prall gefüllt sind. Der weltgrößte Suchmaschinenanbieter Google wuchs zuletzt dank eines florierenden Anzeigengeschäfts um elf Prozent auf rund 17,7 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Yahoos Erlöse stagnierten bei rund einer Milliarde.

Analysten fragen sich seit langem, wie es mit dem Unternehmen weitergehen soll. „Ihr Kerngeschäft schwächelt und sie haben relativ wenig getan, um dies zu ändern. Man könnte auch argumentieren, dass es wenig gibt, was sie überhaupt tun können“, kritisiert Analyst Brian Wieser vom Marktbeobachter Pivotal Research. Jetzt gehe es erst einmal um Alibaba und Yahoo Japan.

Yahoo ließ offen, was mit dem Anteil an Yahoo Japan passieren könnte. Finanzchef Ken Goldman unterstrich die Bedeutung des Suchmaschinenbetreibers und erklärte, es gebe „eine Reihe von Möglichkeiten, seinen Wert zu maximieren“. Bereits im April hatte Yahoo erklärt, alle Optionen für den milliardenschweren Anteil würden geprüft. Bekannt ist, dass Yahoo den 15-Prozent-Anteil am chinesischen Online-Händler Alibaba ausgliedern will. Der Wert summiert sich auf rund 31 Milliarden Dollar.

Unterdessen machen Tumblr, die Online-Kaufplattform Yahoo Gemini und das Netzwerk Flurry langsam Fortschritte. Der Gesamtumsatz der Hoffnungsträger stieg im Quartal um knapp 15 Prozent. Firmenchefin Marissa Mayer, die vor rund drei Jahren von Google zu Yahoo kam, gab zu, dass man weiterhin eine Antwort auf die Frage suche, wie das Tumblr-Angebot zu Geld gemacht werden könne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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