Yahoo
Spielball der Spekulanten

Neuer Bieterkampf um Yahoo? Oder nur eine wilde Spekulation mehr: Der frühere AOL-Vorstandschef Jonathan Miller ist nach Informationen des Wall Street Journal an einer Übernahme des Internetkonzerns Yahoo interessiert. Miller soll angeblich Gespräche mit Privatinvestoren und Staatsfonds geführt haben, um eine Übernahme zu finanzieren.

LOS ANGELES. Er wolle bis zu 20 Dollar pro Aktie zahlen. Zum Vergleich: Microsoft hatte Anfang 2008 noch bis zu 35 Dollar geboten, dann aber sein Angebot zurückgezogen. Die Anleger zeigen sich skeptisch: Der Yahoo-Kurs zog bis zu zehn Prozent an, liegt aber noch weit unter dem angeblich möglichen Übernahmekurs. Yahoo steht wieder im Fokus seit am Wochenende Gerüchte aufgetaucht waren, Microsoft wolle für 20 Mrd. Dollar alleine das Suchmaschinengeschäft von Yahoo kaufen. Ein Yahoo-Sprecher hatte diese Meldungen als "völlig aus der Luft gegriffen" bezeichnet. Zuvor hatte allerdings Investor und Yahoo-Board-Mitglied Carl Icahn seinen Bestand an Yahoo-Aktien um weitere 6,8 Millionen Papiere auf nunmehr rund fünf Prozent aufgestockt. Icahn gilt als Verfechter eines schnellen Verkaufs des Unternehmens.

Nimmt man die Übernahmephantasie heraus, steht es nicht gut um Yahoo. Youssef Squali, Analyst bei Jefferies & Co, senkte am Dienstag das Kursziel für Yahoo von 23 auf 20 Dollar, und seine Prognosen für Gewinn und Umsatz gleich mit. Die Umsätze in der Suchmaschinenwerbung und bei der Bannerwerbung werden in der aktuellen Krise zurückgehen, fürchtet er. Er will aber auch nicht ausschließen, dass der Abgang von Vorstandschef Jerry Yang neue Übernahmeverhandlungen in Zukunft erleichtern werde.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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