Yahoo-Übernahme bringt auf Konfrontationskurs mit Google: Microsoft: Das Rennen ist wieder offen

Yahoo-Übernahme bringt auf Konfrontationskurs mit Google
Microsoft: Das Rennen ist wieder offen

Microsoft und Google sind seit Jahren erbitterte Rivalen. Eine Übernahme von Yahoo würde Microsoft noch stärker auf direkten Konfrontationskurs mit dem Suchmaschinen-Riesen bringen. Auch wenn der Deal noch nicht durch ist, wagen wir einen Vergleich der "neuen" Microsoft mit Google. Fragen und Antworten.

Kann Microsoft zusammen mit Yahoo Google bei der Internetsuche einholen?

Nein, Google bleibt vorne und dominiert mit rund zwei Dritteln aller weltweit gestarteten Suchanfragen den Markt. Yahoo (15 Prozent) und Microsoft (5 Prozent) kämen zusammen auf etwa 20 Prozent. Der Abstand bleibt also groß, aber immerhin gäbe es einen gewichtigen Gegenspieler, der Google in seinem Expansionsdrang etwas bremsen könnte. Allerdings gilt der Suchalgorithmus von Google technologisch als führend. Deshalb sind in der Vergangenheit die meisten Versuche, einen neuen Such-Dienstleister zu etablieren, mehr oder weniger gescheitert. Mit Yahoo würde Microsoft aber eine nicht zu unterschätzende Entwicklerkompetenz ins Haus bekommen, könnte hier also aufholen. Zudem werden die Karten im Suchmarkt neu gemischt, schließlich verlagert sich der Kampf um die Führung in die mobile Welt.

Hat Microsoft im mobilen Internet bessere Karten?

Zumindest kann Microsoft bei Handys, Smartphones und Taschen-computern auf eine bestehende Kundenbasis zurückgreifen. Zwar ist Symbian nach Angaben des Marktforschers IDC mit 74 Prozent das führende Betriebssystem bei Handys. Doch die mobile Version des Windows-Betriebssystems läuft bereits auf weltweit rund 20 Millionen Handys und erreicht immerhin einen Anteil von zwölf Prozent. Google hat das Marktpotential erkannt und Ende vergangenen Jahres mit Android ein eigenen mobiles Betriebssystem angekündigt, das in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Dazu hat der Suchmaschinen-Gigant eine illustre Schar an Partnern um sich versammelt, darunter Motorola, Ebay und Intel.

Warum ist die Marktführerschaft im stationären und mobilen Internet denn so wichtig?

Weil es darum geht, für die Werbeindustrie die attraktivste Online-Plattform zu sein. Nach Berechnungen von E-Marketer, einem Online-Dienstleister, kann Yahoo rund 18 Prozent der Online-Werbeausgaben für sich verbuchen. Microsoft kommt auf sieben Prozent, hätte also mit Yahoo 25 Prozent. Damit würden die Redmonder relativ dicht an Google herankommen, das mit einen Anteil von 32 Prozent führend ist. Das Rennen wäre also wieder relativ offen, zumal Google und eine "neue" Microsoft durchaus unterschiedliche Stärken hätten. Google ist vor allem bei suchbasierten Textanzeigen führend, also einfache Anzeigen, die passend zur Suchfrage eingeblendet werden. Dagegen ist Yahoo bei der so genannten Display-Werbung stark, aufwändig und dynamisch gestalteten Werbeeinblendungen. Sie gelten als Zukunft, weshalb sich Google mit der Übernahme des Werbe-Dienstleisters Doubleclick hier verstärken will. Microsoft und Yahoo opponieren gegen die Übernahme, sie fürchten, dass Google damit seinen Anteil im Online-Werbemarkt auf 80 Prozent steigern kann. Allerdings hat auch Microsoft sich jüngst im Werbemarkt verstärkt, durch die sechs Milliarden Dollar schwere Übernahme von Aquantive.

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