Yen-Höhenflug
Sony gibt Geschäftsjahr schon verloren

Das Geschäft mit Fernsehern bereitet den Japanern große Probleme. Der starke Yen verschärft die Probleme. Jetzt tritt das Management auf die Bremse - und kürzt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch.
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TokioSony, Hersteller von so bekannten Produkten wie der Spielkonsole Playstation und Bravia-Fernsehern, stehen harte Zeiten bevor. Bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres musste der japanische Elektronikgigant nicht nur ein ordentliches Minus bekannt geben, sondern gleich das gesamte Geschäftsjahr aufgeben.

Sony erwartet für das am 31. März 2012 endende Jahr Nettoverluste von 90 Milliarden Yen (836 Millionen Euro). Zuvor war das Unternehmen aus Tokio noch von einem Gewinn von 60 Milliarden Yen ausgegangen. Nun ruhen alle Augen auf Kazuo Hirai, Chef von Sonys Verbraucherelektronik-Geschäft, der als Nachfolger von Noch-Boss Howard Stringer gehandelt wird. Es wird erwartet, dass er Sony eine neue Strategie verordnet.

Die hat das Unternehmen bitter nötig. Der Nettoverlust im zweiten Quartal betrug 27 Milliarden Yen im Vergleich zu einem Gewinn von 31,1 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz rutschte um 9,1 Prozent ab auf 1,57 Billionen Yen. Als Gründe für diesen Einbruch nannte Sony vor allem ein seit Jahren schwaches TV-Geschäft. Die TV-Division allein fuhr 41 Milliarden Yen ein, so Firmensprecher Shiro Kambe.

Hinzu kamen die Flut in Thailand mit ihrer Auswirkung auf das Kamera-Business sowie der Höhenflug des Yen, der derzeit allen japanischen, auf den Export fixierten Unternehmen schwer zu schaffen macht. Ein starker Yen verteuert die Produkte im Ausland und reduziert den dort erzielten Gewinn beim Rücktransport ins Inland. Die Kurs-Sprünge seien nicht mehr aufzufangen gewesen, sagte Finanzvorstand Masaru Kato. „Wenn der Wechselkurs sich so plötzlich bewegt, ist es schwierig, das auszugleichen“.

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  • Sony hat in der Vergangenheit viel falsch gemacht; in den letzten Monaten aber auch Vieles richtig. Aktuell haben die beispielloses Pech hoch 3 und man sollte sich Sony nicht unbedingt ins Depot legen. Zuerst waren sie durch das Beben in Japan geschädigt, nun durch die Fluten in Thailand und oben drauf kommt noch die Kursentwicklung.

    Sony hat mit der im August angekündigten NEX-7 aktuell z.B. eine am Markt extrem positiv aufgenommene spiegellose Systemkamera konzipiert. Aber nun kann Sony nicht liefern und die große Nachfrage nicht bedienen. Ab Mitte November sollte die Kamera überall im Handel sein. Jetzt kommen nur die paar Stück in den Handel, die vor der Flut schon produziert waren. In der Fabrik in Thailand steht 2 Meter hoch das Wasser. Es wird ein halbes Jahr dauern, bis da wieder produziert werden kann. Sony will die Kamera nun in anderen Fabriken bauen, aber den Produktionsprozess dort aufzusetzen, dauert ebenfalls 6-7 Monate. Wenn Sony wieder liefern kann, dann haben sie möglicherweise ihren Vorsprung am Markt eingebüßt. Fuji, Panasonic, Samsung, Olympus und möglicherweise auch Canon werden im nächsten halben Jahr neue spiegellose Systemkameras ankündigen.

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