Youtube-Star Kayef
„Die Deutschen kapieren Youtubes Potenzial nicht“

Mit 30 Millionen Klicks und 350.000 Abonnenten gehört Kayef zu Deutschlands erfolgreichsten Youtube-Stars. Im Interview spricht der Düsseldorfer über sein Erfolgsrezept, Katzenvideos und warum er Sony einen Laufpass gab.
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Kai Fichtner nippt vorsichtig an einer Tasse Tee. Um seinen Hals windet sich ein Loopschal. Denn Fichtner, der unter dem Künstlernamen Kayef zum Youtube-Star aufstieg, muss eine Erkältung auskurieren. Gerade tourt der Rap- und Pop-Musiker durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Auf einem Zwischenstopp in seiner Heimatstadt Düsseldorf traf ihn das Handelsblatt zum Gespräch in einem Oberkasseler Restaurant.

Du bist mit Youtube bekannt geworden, gerade erst 20 Jahre und vor allem bei jungen Mädchen beliebt. Klingt schwer nach dem deutschen Justin Bieber...
Das höre ich immer wieder. Auch wenn Justin Bieber so ein Bubi-Image hat. Für mich ist er ein Top-Künstler. Deswegen komme ich mit dem Vergleich auch gut klar.

Wie wird man über Youtube bekannt?
Indem man ganz viel Content produziert und damit seine Community, also die Leute, die deinem Kanal folgen, immer wieder füttert. Neben Musikvideos sind das normale Aufnahmen aus meinen Alltag. Von den Leuten bekomme ich auch unglaublich viel ehrliches Feedback. Wenn etwas gut ist, schreiben die das direkt unter dein Video. Das machen sie aber genauso wenn etwas scheiße ist.

Und damit kann man dann Geld verdienen?
Klar. Wenn man das richtig macht, schon. Wer auf Youtube Geld verdienen will braucht vor allem eins: Krass viel Reichweite. Mein Kanal hat heute knapp 30 Millionen Klicks und 350.000 Abonnenten. Damit komme ich schon gut aus.

Möchte man annehmen. Für deine Youtube-Musik-Karriere hast du deine Ausbildung zum Mediengestalter geschmissen.
Ich musste mich halt entscheiden. Musik und Youtube laufen für mich 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Abschalten ist da nicht. Ich überlege ständig: Was kannst du jetzt noch produzieren, worauf hat die Community Bock? Klingt stressig, für mich ist das aber normal. Das ist mein Leben.

Laut der Online-Seite Social Blade verdienst du über Youtube zwischen 269 und 4.300 Euro. Pro Woche. Wo genau liegst du in der Spanne?
Dazu kann ich leider nichts sagen. Das darf ich auch schon allein wegen der Verträge mit Google nicht.

Es heißt ja immer, dass Google fast die Hälfte des Geldes einbehält. Hast du auch deswegen dein zweites Album ganz altmodisch als CD veröffentlicht?
Der Schritt war ganz logisch, damit ich unabhängiger werde. Das läuft  auch ganz gut, bisher wurden über 20.000 Platten verkauft. Damit lässt sich aktuell noch besser Geld verdienen als mit Streaming über beispielsweise Spotify – was ich aber auch mache.

Also bringt das Geschäft mit CDs und Co. doch mehr Geld als Youtube?
Schon. Wie viel genau lässt sich aber kaum sagen. Ich schätze das Verhältnis liegt etwa bei 30 Prozent Youtube, 70 Prozent Platten, Merchandise, Tourneen und so weiter.

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