Youtube-Übernahme
Google kauft sich ein Stück Zukunft

Bei sozialen Netzwerken spielte die führende Internetsuchmaschine Google bisher nur die zweite oder dritte Geige. Die Übernahme der populärsten Video-Website Youtube ist für den US-Suchmaschinenanbieter der erste Versuch, sich mit einer großen Akquisition an die Spitze eines neuen Dienstes im Internet zu setzen.

PORTLAND. Bislang schwor Google auf die Entwicklung eigener Angebote, von E-Mail über Shopping-Sites bis zu Straßenkarten und Bezahldiensten. Google ist heute ein ausgewachsenes Netzportal mit allem, was es im Internet gibt, einschließlich eines eigenen Videodienstes à la Youtube. Aber unumstrittener Marktführer ist das Unternehmen nach wie vor nur bei Internetsuchen.

In anderen Bereichen wie E-Mail, Shopping oder bei sozialen Netzwerken spielt Google die zweite oder dritte Geige hinter der etablierten Konkurrenz. Die Versuche, Akquisitionen wie den Bilderdienst Picasa oder Google Earth zu Erlösbringern zu machen, waren bislang weitgehend erfolglos. Als Internetportal rangiert Google trotz eines mittlerweile breit gefächerten Angebots weiter hinter Yahoo.

Googles bisher größte Akquisition repräsentiert die Überzeugung, dass Videos im Internet die Zukunft sind. Bewegte Bilder ziehen mehr Zuschauer an als Texte und Fotos. Winzling Youtube liegt mit fast der Hälfte aller Besuche auf US-Videosites weit vor der Nummer zwei, My Space, mit weniger als einem Viertel und Googles eigenem Dienst mit gut einem Zehntel des Marktes. Der Medienkonzern News Corp., der bereits 650 Millionen Dollar für My Space auf den Tisch legte, war ebenfalls an Youtube interessiert, und angeblich antichambrierte auch Yahoo in Sachen Akquisition bei den Youtube-Gründern Chad Hurley und Steve Chen.

Gerade Konkurrent Yahoo gerät jetzt durch den Google-Fischzug unter Zugzwang, die Verhandlungen mit der ebenfalls auf das „social networking“ spezialisierten Plattform facebook.com erfolgreich abzuschließen. „Yahoo muss jetzt wirklich etwas tun“, sagte der Investmentbanker Roger Aguinaldo.

Dass Google den Konkurrenten Youtube vor der Nase wegschnappte und dann noch für Aktien anstatt Bargeld, ist der Triumph von Firmenkultur über Finanzen. Die Youtube-Gründer, die mit ihren 67 Beschäftigten weitgehend unabhängig bleiben sollen, fühlten sich bei Google besser aufgehoben. „Youtube ist so, wie wir vor ein paar Jahren waren“, sagte Google-Gründer Sergey Brin.

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