Youtube-Vermarkter
Die neuen Star-Macher

Sie sind die neuen Popstars: Youtuber wie Gronkh, ApeCrime oder LeFloid. Hinter ihnen stecken Vermarktungsnetzwerke. Wie die junge Branche aus Video-Bloggern Stars macht.
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DüsseldorfMit lautem Gepolter trennte sich Simon Unge Ende vergangenen Jahres von seinem Netzwerk Mediakraft. In einem Video erklärte der Youtube-Star, die Firma unterstütze ihn nicht ausreichend bei der Sponsoren-Suche, er fühle sich nicht ernstgenommen, die Vertragsbedingungen seien unfair. Durch Unges Protest wurde zum ersten Mal das Licht das Geschäft mit den kurzen Videos beleuchtet.

Knapp 1,3 Millionen Youtube-Nutzer haben derzeit Unges Kanal abonniert. Das bedeutet zwar nicht, dass jeder Abonnent auch jedes der Videos sieht, von denen teils mehrere pro Tag erscheinen. Aber es ist eine hohe Reichweite für einen jungen Mann, der sich vor allem beim Computerspielen und Skaten filmt. Zum Vergleich: Die Tagesschau am letzten Sonntag vor dem Polizeiruf 110 hatte 5,67 Millionen Zuschauer.

Was Unge aus der Masse heraushebt, ist seine Art, sie spricht das junge Publikum an  – und macht ihn wertvoll. Für Unternehmen, die mit seinem Namen Produkte verkaufen. Und für Multichannel-Netzwerke, die die Stars vermarkten.

Erfolgreiche Youtuber können zur Marke werden wie die Popstars der 90er Jahre. Und die Netzwerke, oftmals von Ex-Managern aus dem Showbusiness gegründet, versuchen, sie genau dort hinzubekommen. Sie sind die neuen Star-Macher.

Sebastian Weil ist Gründer und Geschäftsführer des Netzwerks Studio71. Die Firma ist laut eigener Aussage Marktführer, gehört zur Pro Sieben Sat 1-Gruppe und hat unter anderem den erfolgreichsten deutschen Youtuber Gronkh unter Vertrag. Die Wettbewerber heißen etwa Mediakraft, TubeOne oder DiviMove. „Die Online-Video-Szene ist wie das MTV oder Viva der 90er Jahre. Das ist eine bunte Szene, aber mit einer interaktiven Komponente“, sagt Weil.

Sein Unternehmen habe vier Hauptaufgaben, erklärt Weil: Aufsteigende Youtuber zu finden, mit ihnen neue Videos zu produzieren, sie zur Erhöhung der Reichweite mit anderen Bloggern zu vernetzten und sie anschließend zu vermarkten. Von den Einnahmen bekommt das Netzwerk einen Teil ab. Wie viel ist Verhandlungssache.

Das Geschäft mit den Netzwerken ist noch jung. Die Branche ist erst wenige Jahre alt. 2011 war Mediakraft das erste Unternehmen dieser Art am Markt. Doch auch andere haben schnell verstanden, dass die junge Zielgruppe unter 30 Jahren damit erreicht werden kann und dort viel Geld zu holen ist. „Der Online-Video-Werbemarkt explodiert gerade“, sagt Weil.

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  • Youtube.com ist ja wirklich ein geniales Medium, funktioniert ohne jegliches Äpp-Gedöns und wirklich jeder kann seine Produktionen online stellen, mittlerweile funktionert es ja auch mit dem offenen Standard HTML5, also ohne Adobe Flash, das nicht nur ein potentielles Sicherheitsrisiko ist, sondern schon von der Konzeption her sämtliche sicherheitsmechanismen eines aktuellen Webbrowsers vollständig umgeht, direkt auf die Festplatte zugreift zum lesen und schreiben und auch die Kontrolle über eine angeschlossene Webcamera und Mikrofon übernimmt. Irgendwie scheint das aber kaum jemand zu stören, was ich mir nur schwer erklären kann. Reine Ahnungslosigkeit?
    Aber was ich bei der Diskussion über OnlineVideo vermisse ist der gigantische Energieverbrauch sowohl bei den Servern, die die Videos hosten wie auch beim Datenübertragen.
    Wenn das TV der Zukunft tatsächlich vollständig via IP im Internet "gesendet" wird ist da wohl noch einiges an Ausbau zu bewerkstelligen. Facebook beispielsweise plant ja derzeit seine Europa Serverstation in Nordschweden zu errrichten, weil es dort schlicht kälter ist und deshalb die Kühlung sehr viel weniger energieaufwendig ist, der Hauptkostenfaktor beim Betrieb einer Serverfarm.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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