Zahl der Zulieferer soll drastisch sinken
20 000 Stellen stehen angeblich bei Sony auf der Kippe

Der japanische Elektronikkonzern Sony Corp plant nach einem Bericht der Zeitung „Nihon Keizai Shimbun“ bis zum März 2006 einen weltweiten Arbeitsplatzabbau von 15.000 bis 20.000 Stellen. Derzeit beschäftigt der weltweit größte Hersteller von Unterhaltungselektronik noch 160 000 Mitarbeiter.

HB TOKIO. Im Rahmen der Restrukturierungen wolle Sony zudem die Produktion von Kathodenstrahlröhren (CRT) für Fernseher zum Ende nächsten Jahres einstellen. Die Maßnahmen seien Bestandteil eines bis Ende März 2006 laufenden Strukturreformplans, den das Unternehmen am 28. Oktober bekannt geben wolle, hieß es.

Bis Ende nächsten Jahres sollen dem Bericht nach zudem zwei heimische Werke für die Herstellung von TV-Geräten geschlossen werden. Sony wies den Zeitungsbericht zurück und wollte keine Angaben zu Details zu seinen Restrukturierungsplänen machen.

Sony hatte im April Investoren mit einem Quartalsverlust von fast einer Milliarde Dollar überrascht und will am 28. Oktober seine neue Geschäftsstrategie im Rahmen der Restrukturierung darlegen. Sony-Finanzchef Takao Yuhara hatte Reuters im Juli bereits gesagt, dass es unvermeidlich sei, dass die beiden Werke zur Herstellung von Fernsehgeräten mit Bildröhre in den Fokus von Einsparungen geraten würden.

„Ja, Stellenabbau und Werkschließungen werden definitiv beinhaltet sein, aber Details, wie etwa der Zeitrahmen für die Schließungen, sind noch nicht abschließend geklärt“, erfuhr Reuters aus den Unternehmenskreisen. In dem Bericht hieß es zudem, 1500 bis 2000 der geplanten Stellenstreichungen würden auf Japan entfallen. Sony wolle sich zudem aus nicht profitablen und nicht als strategisch wichtig angesehenen Bereichen zurückziehen.

Sony will die Ergebnisse für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2003/2004 (zum 31. März) am Donnerstag vorlegen. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Rückgang des Netto-Gewinns um fast 60 Prozent auf 50 Mrd. Yen. Nach Einschätzung von Branchenexperten hat Sony, das über Jahre hinweg den Markt für TV-Geräte mit seiner Marke Trinitron dominiert hat, nicht ausreichend schnell auf den Wechsel in der Branche hin zu Flachbildschirm-Geräten reagiert. Analysten rechnen für die neuen Geräte branchenweit mit einer Nachfrage bis 2007 von 31,9 Mill. Stück nach 1,7 Mill. im vergangenen Jahr.

Erst kürzlich hatte Sony mitgeteilt, die Palette von Einzelteilen bis Ende 2005 von derzeit 840 000 drastisch auf 100 000 zusammenzustreichen. Der Schritt solle die Effizienz erhöhen. Die Zahl der Zulieferer werde dadurch von 4700 auf 1000 schrumpfen.

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